Taubenfütterungsverbot lässt Tiere nicht verschwinden
Das Füttern von Tauben steht künftig unter Strafe. Dieses Verbot ohne Ausnahmen hat soeben der Gemeinderat mit Stimmen von u.a. SPÖ, ÖVP und FPÖ beschlossen. Zugleich wurde der Abänderungsantrag der Grünen abgelehnt, Ausnahmen für die artgerechte Versorgung der Tiere durch sachkundige Personen an bestimmten Standorten wie zum Beispiel Taubenschlägen zu ermöglichen. „Die heute getroffene Entscheidung wird weder die Tauben zum Verschwinden bringen, noch die mit falscher Ernährung verbundenen hygienischen Probleme im Stadtgebiet lösen. Dafür braucht es ein kontrolliertes Management anstatt einer alleinigen Verbotspolitik“, hält der Grüne Gesundheitssprecher, Gemeinderat Tobias Reder, fest.
Vermutlich gut gemeint geben viele Menschen Tauben Essensreste, Biomüll etc. zu fressen. Diese Nahrung ist für die Tiere aber nicht geeignet und hinterlässt sichtbare sowie unhygienische Spuren im Stadtbild. „Es ist daher auch im Sinne des Tierwohls durchaus sinnvoll, unkontrollierte Fütterungen zu unterbinden. Zugleich jegliche Maßnahmen zu verbieten, mit denen Tauben standortgebunden artgerecht gefüttert werden können und ihre Fortpflanzung etwa durch Eiertausch reguliert werden kann, ist aber kurzsichtig. Ohne begleitende Schritte werden sich die Tiere verstärkt von Abfällen sowie anderen ungeeigneten Nahrungsquellen ernähren und die bekannten hygienischen Folgen für das Stadtgebiet bestehen bleiben“, gibt Reder zu bedenken.
Positive Erfahrungen mit Taubenhäusern
Die Einführung einer von uns vorgeschlagenen Ausnahmeregelung, damit sachkundige Personen die Tiere an bestimmten Stellen auch in Zukunft artgerecht füttern dürfen, wäre daher nicht nur sinnvoll, sondern auch ohne großen Aufwand umsetzbar. Etwa durch eine vom Magistrat ausgestellte Bescheinigung. Zudem haben die Erfahrungen sowohl in anderen Städten wie auch in Linz an der Kepler-Universität gezeigt, dass sich die Population der Tiere mit betreuten Taubenschlägen gezielt steuern lässt. „Die Notwendigkeit eines Maßnahmenbündels wie von uns vorgeschlagen, war bei der heutigen Diskussion im Gemeinderat breiter Konsens. Dass unser Abänderungsantrag im Sinne des Tierwohls dennoch nicht beschlossen worden ist, verwundert daher umso mehr“, so Reder.