Gemeinsam für eine saubere Stadt
Aktuelles zur Reinigung der Innenstadt und neue Maßnahmen zur Erhöhung des Sauberkeitsniveaus
Eine saubere Stadt ist nicht nur eine Frage der Optik – sie beeinflusst das Wohlbefinden der Menschen, das Sicherheitsgefühl, die Attraktivität der Innenstadt und das Einkaufserlebnis, die gesamte Außenwirkung und besonders auch das Gemeinschaftsgefühl. Sie ist also zentral für die Lebensqualität in der Stadt. Die Bürger:innenbefragung 2026 zeigte, dass die Sauberkeit in Linz insgesamt mehrheitlich positiv bewertet wird. Sowohl die Sauberkeit der Verkehrsflächen als auch die Sauberkeit von Grünflächen und Parks beurteilt mehr als die Hälfte der Befragten positiv. Dennoch ist es wichtig, dass in der Stadt gemeinsam daran gearbeitet wird, auch in budgetär angespannten Zeiten, die Stadtreinigung gezielt auszubauen, damit die Reinigungsleistungen in allen Linzer Stadtteilen zuverlässig und auf hohem Qualitätsniveau erbracht werden und besondere Problemlagen wie illegale Sperrmüllablagerungen noch besser angegangen werden können.
„Die stetige Verbesserung der Reinigung ist mir ein sehr wichtiges Anliegen. Denn eine saubere Stadt erhöht nicht nur die Lebensqualität, sie trägt auch zur Bereitschaft der Menschen bei, generell achtsamer mit ihrer Umgebung umzugehen. Das Signal ist: Wir kümmern uns um unseren gemeinsam genutzten Stadtraum. Durch zahlreiche Maßnahmen und Initiativen entwickeln wir die Reinigung kontinuierlich weiter. Besonders möchte ich mit bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Stadtreinigung bedanken, die bei Wind und Wetter täglich schon frühmorgens mit ihrem Einsatz dafür sorgen, dass wir alle in einer so lebenswerten Stadt in den Tag starten können“ so die für die Stadtreinigung zuständige Stadträtin Mag.a Eva Schobesberger.
„Eine saubere Stadt ist vor allem das Ergebnis der täglichen Arbeit unserer engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Als Personalreferentin ist es mir wichtig, ihnen dafür die bestmöglichen Rahmenbedingungen zu bieten. Mit der Neuorganisation des Geschäftsbereichs haben wir Zuständigkeiten klarer geregelt, Abläufe verbessert und können unsere Ressourcen gezielter einsetzen. Die dadurch gewonnenen Kapazitäten kommen direkt der Stadtreinigung zugute. Gleichzeitig wollen wir die Chancen der Digitalisierung stärker nutzen, um unsere Mitarbeiter:innen im Arbeitsalltag zu entlasten und die Qualität unserer Leistungen für die weiter zu verbessern“, betont Vizebürgermeisterin und Personalreferentin Merima Zukan.
Stadtreinigung im Überblick
Mit rund 94 Vollzeitäquivalenten und 50 Fahrzeugen in drei Reinigungsteams (Nord, Mitte und Süd) gewährleistet die Stadtreinigung die Sauberkeit der öffentlichen Flächen im gesamten Stadtgebiet. Die Zahl der Reinigungsmitarbeiter:innen steigt seit 2018 kontinuierlich an und erhöhte sich zuletzt durch die Neustrukturierung des Geschäftsbereichs um etwa zehn Vollzeitäquivalente. Insgesamt leistet die Stadtreinigung rund 160.000 Arbeitsstunden pro Jahr.
Die Stadtreinigung erbringt damit Tag für Tag eine umfangreiche Leistung, die im Stadtbild häufig gerade dann wenig sichtbar ist, wenn sie besonders gut funktioniert. Viele Verschmutzungen werden beseitigt, bevor sie von der Bevölkerung überhaupt als Problem wahrgenommen werden. Sauberkeit im öffentlichen Raum ist daher kein statischer Zustand, sondern das Ergebnis eines laufenden, personal- und ressourcenintensiven Einsatzes. Gleichzeitig wird kontinuierlich daran gearbeitet, die vorhandenen Ressourcen noch gezielter einzusetzen und das erreichte Sauberkeitsniveau weiter zu verbessern.
Der Aufgabenbereich der Stadtreinigung umfasst Tätigkeiten, die der Sauberkeit des öffentlichen Raums, der Verkehrssicherheit und dem Erhalt der städtischen Infrastruktur dienen. Dazu zählt insbesondere das Sauberhalten der Straßen und teilweise auch der Gehwege. Neben einem sauberen Stadtbild dient die regelmäßige Reinigung der Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit, der vorbeugenden Straßenerhaltung sowie der Reduktion des Feinstaubgehalts in der Luft. Darüber hinaus werden Einlaufschächte und Rigole freigemacht und freigehalten, um den Ablauf von Straßenwässern zu gewährleisten.
Ein weiterer wesentlicher Aufgabenbereich ist die Beseitigung von Abfällen im öffentlichen Raum. Dazu gehören die Bereitstellung und regelmäßige Entleerung öffentlicher Abfalleimer zur Vorbeugung von Müllablagerungen und Littering sowie die Entfernung illegaler oder unsachgemäßer Müllablagerungen auf öffentlichen Flächen. Das Spektrum reicht dabei von einzelnen Restmüllsäcken und Elektrogeräten bis hin zu größeren Mengen an Bauschutt oder Überbleibseln aus Wohnungsauflösungen. Ebenso umfasst die Stadtreinigung das Sauberhalten von öffentlichem Mobiliar, beispielsweise durch die Entfernung von Aufklebern und Schmierereien von Bänken und Abfalleimern, sowie die regelmäßige Reinigung von Unterführungen.
Hinzu kommen Reinigungsarbeiten nach Versammlungen und Demonstrationen sowie nach Veranstaltungen. Darüber hinaus übernimmt die Stadtreinigung besondere Aufgaben, wie das nächtliche Sperren des Mona-Lisa-Tunnels für Wartungsarbeiten und dessen Reinigung. Ergänzend werden Auftragsarbeiten gegen Verrechnung für Dritte durchgeführt, beispielsweise die Reinigung des Straßenbahntunnels für die Linz AG.
Etwa 95 Prozent der Arbeitszeit der Stadtreinigung entfällt auf gesetzlich verpflichtende Aufgaben, die sich vor allem aus der Straßenverkehrsordnung und dem Abfallwirtschaftsgesetz ergeben. Die Mitarbeiter*innen der Stadtreinigung sind auch ein wesentlicher Baustein des Winterdienstes, was sich aufgrund der witterungsbedingten Gegensätzlichkeit – wenn Winterdienst zu leisten ist fällt aufgrund der kalten Außentemperaturen weniger Abfall an und umgekehrt – sehr gut ergänzt. Zudem ist die Stadtreinigung gemeinsam mit Stadtgrün für den Aufbau des mobilen Hochwasserschutzes zuständig.
Die jährlichen Gesamtausgaben für die Stadtreinigung belaufen sich auf 6,1 Millionen Euro, davon 4,5 Millionen Euro Personal- und 1,6 Millionen Euro Sachausgaben.
Bürger:innenbefragung 2026: Sauberkeit wird mehrheitlich positiv bewertet
Die Sauberkeit in Linz wird insgesamt mehrheitlich positiv bewertet. Sowohl die Sauberkeit der Verkehrsflächen als auch die Sauberkeit von Grünflächen und Parks beurteilt mehr als die Hälfte der Befragten positiv. Im unmittelbaren Wohngebiet liegen die Zufriedenheitswerte noch etwas höher. Rund 61 Prozent sind mit der Sauberkeit der Grünflächen und Parks zufrieden oder sehr zufrieden, bei Gehsteigen, Straßen und Plätzen sind es rund 60 Prozent. Die Ergebnisse zeigen damit insgesamt ein positives Bild. Zugleich bleibt Sauberkeit ein besonders sichtbares Alltagsthema, bei dem Veränderungen von der Bevölkerung unmittelbar wahrgenommen werden.
Effizienzgewinn durch Neustrukturierung
Im Zuge der Neustrukturierung im April 2026 entstanden aus drei regional gegliederten Abteilungen, die für Reinigung und Grünpflege gleichzeitig zuständig waren, zwei Fachabteilungen für Stadtgrün und Stadtreinigung mit klaren Zuständigkeiten, eigener fachlicher Führung und stärkerer Spezialisierung. Dies ermöglichte eine systematische Analyse der Leistungserbringung auf Ineffizienzen. Für die Stadtreinigung ergaben sich daraus wesentliche Verbesserungen in der Steuerung, Organisation und Ressourcennutzung.
Die zentrale Führung und Verwaltung der Stadtreinigung unterstützt die strategische Weiterentwicklung des Fachbereichs und gewährleistet einheitliche Qualitätsstandards. Gleichzeitig erleichtert sie den gezielten fachlichen Austausch mit anderen Gebietskörperschaften, Unternehmen der Kommunalwirtschaft sowie externen Expert:innen. Durch die gesamthafte Betrachtung der Reinigungsleistungen können Einsätze zudem besser priorisiert und vorhandene Ressourcen flexibler eingesetzt werden. Insbesondere bei Veranstaltungen und anderen außergewöhnlichen Ereignissen lassen sich Personal und Fahrzeuge nun gesamtstädtisch nach Dringlichkeit disponieren, anstatt primär innerhalb der bisherigen stadtregionalen Grenzen zu reagieren.
Auch der Einsatz von Spezialfahrzeugen und spezialisierten Mitarbeiter:innen kann durch die gesamtstädtische Steuerung effektiver und wirtschaftlicher organisiert werden. So wurden beispielsweise sämtliche Transporttätigkeiten in einem neuen Transporte-Team zentralisiert. Gleichzeitig erleichtern einheitlichere Tätigkeitsprofile sowie formalisierte Dienst- und Routenpläne die Vertretungs- und Nachfolgeplanung und erhöhen damit die Einsatzfähigkeit. Neue Mitarbeiter:innen können schneller eingearbeitet werden und ihre Aufgaben dank schriftlich festgelegter Vorgaben bereits während der Anlernphase vollständig und zuverlässig erfüllen. Da die Teams nun weitgehend nach einheitlichen Abläufen arbeiten, können Mitarbeiter:innen darüber hinaus leichter teamübergreifend eingesetzt werden. Die Vereinheitlichung der Prozesse schafft zugleich die organisatorische Grundlage für eine digitale Einsatz-, Routen- und Ressourcenplanung und ermöglicht damit eine weiterführende Digitalisierung der Arbeitsabläufe.
Die neue Organisationsstruktur verbessert außerdem die Möglichkeiten zur gezielten Aus- und Weiterbildung. Qualifikationsanforderungen sind genauer definiert, Schulungen werden zentral organisiert und eine einheitliche Informationsvermittlung wird sichergestellt. Zugleich entstehen transparentere Entwicklungsmöglichkeiten für die Mitarbeiter:innen, beispielsweise vom operativen Einsatz hin zu spezialisierten Tätigkeiten oder zu Teamführungsfunktionen.
Im Rahmen einer Analyse der Dienstzeiten und Einsatzpläne konnten die Einsätze darüber hinaus so optimiert werden, dass die gleiche Leistung mit weniger Arbeitsstunden erbracht werden kann. Ein Teil der dadurch eingesparten Stunden wurde gezielt in zusätzliche Leistungen, insbesondere in der Innenstadt, reinvestiert.
Die erzielten Effizienzgewinne dienen damit nicht einer Reduktion der Reinigungsleistung, sondern werden bewusst genutzt, um die Präsenz der Stadtreinigung dort zu erhöhen, wo zusätzlicher Bedarf besteht. Die Neustrukturierung führt somit schrittweise zu einer höheren Reinigungsleistung mit den vorhandenen Ressourcen und schafft Spielraum, erkannte Schwachstellen gezielt zu beseitigen.
Fokus Reinigung der Innenstadt
Die Innenstadt ist sozusagen das Wohnzimmer der Linzer:innen. Aufgrund der hohen Passant:innenfrequenz und der großen Bedeutung für das Wohlbefinden der Menschen und das Einkaufserlebnis, kommt der Innenstadt, insbesondere der Landstraße und deren Seitenstraßen, besondere Aufmerksamkeit zu. Etwa ein Drittel der gesamten Leistung der Stadtreinigung wird im Bezirk Innere Stadt erbracht.
Zwei Abfallentleerungs-Trupps entleeren die Abfalleimer auf festgelegten Routen und reinigen das Umfeld händisch. Die Routen werden täglich wechselnd gefahren, sodass die meisten Abfalleimer jeden zweiten Tag entleert werden. Stark frequentierte Abfalleimer sind Teil beider Routen, sodass sie täglich entleert werden. Dies geschieht täglich, also auch am Wochenende, wobei die Wochenendrouten an den Wochenendbedarf angepasst sind und auch die Hauptstraße und den Donaupark in Urfahr betreuen.
Für die Landstraße und deren Seitenstraßen ist ein eigener Abfallentleerungs-Trupp im Einsatz. Dieser ist wochentags von 6 bis 19 Uhr und wochenends von 6 bis 17 Uhr im Einsatz und entleert jeden Abfalleimer bis zu drei Mal pro Tag.
Vier Mitarbeiter:innen reinigen Parks, Verkehrsbegleitgrün und Straßenzüge händisch, d.h. sie entfernen herumliegenden Müll und kehren Ablagerungen vom Straßenrand zwischen parkenden Fahrzeugen für die Kehrmaschine hervor. Ein weiterer Mitarbeiter ist mit dem schmutzsaugenden Motordreirad zur händischen Detailreinigung unterwegs. Er saugt vor allem kleinteiligen, schwer erreichbaren Müll auf und entfernt Aufkleber.
Auch die maschinelle Reinigung ist täglich im Einsatz: Zwei Kleinkehrmaschinen reinigen Straßen und Plätze. Eine davon beginnt stets frühmorgens in der Landstraße, um die Fußgängerzone vor dem Öffnen der Geschäfte zu säubern. Eine Großkehrmaschine reinigt Straßen. Sie ist vor allem im Herbst zur Laub- und im Frühjahr zur Streumittelentfernung unentbehrlich.
Die Fußgängerzone wird in regelmäßigen Abständen von ca. zwei Wochen mit fünf Personen in drei Wasserwägen mit Hochdruck-Sprühlanzen und einer kleinen Kehrmaschine nassgereinigt.
Darüber hinaus werden je nach Bedarf und personeller Besetzung Mitarbeiter:innen für Sonderaufgaben eingesetzt, wie die Entfernung von Sperrmüll, die Reinigung von Rigolen und die Wartung von Stadtmobiliar. Die Erledigung von Sonderaufgaben steht durch Abwesenheiten wie Krankenstände und Urlaub häufig in Ressourcenkonkurrenz zu den regulären Reinigungsaufgaben. Durch die Neuorganisation der Spätdienste in der Landstraße als Überstunden statt zuvor mittels Arbeitszeitverschiebung, stehen seit Mai 2026 für die Innenstadt zwei Mitarbeiter mehr zur Verfügung, was diesen Konflikt deutlich entschärft.
Die Kürzung der Betreuungszeit der Landstraße unter der Woche ergab sich aus der Analyse der Einsatzdaten. So zeigte sich, dass bei den früheren Abenddiensten bis 22 Uhr unter der Woche viele Abfalleimer nur noch wenig gefüllt waren. Zudem reichte selbst am samstagsintensiven Publikumsverkehr eine Betreuung am Wochenende bis 17 Uhr aus. Daher wurden die Abendeinsätze unter der Woche bedarfsgerecht auf 19 Uhr angepasst.
Durch diese Zeitverkürzung lässt sich der Spätdienst nun flexibel über ein Überstundenmodell abdecken, anstatt wie zuvor reguläre Tagesarbeitsstunden in den späten Abend zu verlegen. Dies nimmt Rücksicht auf gesetzliche Arbeitszeitgrenzen und setzt wertvolle Tageskapazitäten frei: Dadurch stehen tagsüber nun zwei zusätzliche Mitarbeiter*innen für die Innenstadt zur Verfügung, was den früheren Ressourcenkonflikt deutlich entschärft. Die Gewährleistung des gewohnt hohen Sauberkeitsstandards wird somit weiterhin verlässlich durch den engagierten Einsatz der Mitarbeiter:innen im Rahmen dieser flexiblen Modelle getragen.
Der Erfolg der Maßnahme wird bestätigt durch die Zahl der gemeldeten Reinigungsanliegen in der Innenstadt, die im Vergleich zu den Vorjahren unverändert blieb. Für die Landstraße gingen im Juli, August und September überhaupt keine Beschwerden ein, während sonst etwa drei Anliegen pro Monat üblich waren. Das bedeutet gewiss nicht, dass es nichts zu bemängeln gegeben haben kann, aber es ist ein klarer Indikator dafür, dass das Sauberkeitsniveau allgemein gleichbleibend bzw. auf der Landstraße sogar höher war.
Diese Entwicklung zeigt, dass Verbesserungen nicht zwingend durch längere Einsatzzeiten erreicht werden, sondern vor allem durch eine bedarfsgerechte Organisation. Entscheidend ist, dass Reinigungskapazitäten zu jenen Zeiten und an jenen Orten verfügbar sind, an denen sie tatsächlich benötigt werden. Genau hier setzt die neue Steuerung an: Beobachtungen aus dem laufenden Betrieb werden ausgewertet, Schwachstellen identifiziert und Routen, Dienstzeiten und Ressourceneinsatz laufend angepasst. Dadurch entwickelt sich die Stadtreinigung zunehmend von einer überwiegend starren Einsatzorganisation hin zu einer bedarfsorientierten Steuerung.
Im Rahmen der Beobachtungen für die Dienstzeitumstellung zeigte sich auch eine Schwachstelle in der Innenstadt. Am Taubenmarkt entsteht wegen der langen Öffnungszeiten der Gastronomie bis 4 Uhr morgens viel nächtlicher Abfall. Überfüllte Behälter führen dort zu Müll auf Bänken und am Boden. Nun wurde die Route so verändert, dass der Taubenmarkt früher angefahren wird und schon frühmorgens sauber ist. Zusätzlich werden dort größere Abfalleimer aufgestellt.
Ab Frühjahr 2027: Neues Team für Sonderaufgaben z.B. für Entfernung illegaler Sperrmüllablagerungen
Um den Ressourcenkonflikt zwischen Sonderaufgaben und regulärer Reinigung weitestgehend zu beheben, wird im Frühjahr 2027 mit zusätzlichen Kräften ein Reinigungsteam für Sonderaufgaben gebildet. Das Team ermöglicht einerseits eine raschere Erledigung dieser in wechselnder Intensität und Örtlichkeit anfallenden Aufgaben. Andererseits werden dadurch die bestehenden Reinigungsteams erheblich entlastet, sodass sie den regulären Reinigungsaufgaben besser nachkommen können.
Dieses Team, das mit vier zusätzlichen Mitarbeiter:innen startet, soll für das gesamte Stadtgebiet Aufgaben übernehmen, die aufgrund ihres Umfangs, ihrer Dringlichkeit oder besonderer fachlicher Anforderungen zweckmäßigerweise zentral gebündelt werden. Dazu zählt insbesondere die Entfernung sperriger illegaler Ablagerungen. Eingehende Meldungen können zentral disponiert und dadurch schneller und effizienter abgearbeitet werden. Gleichzeitig wird verhindert, dass die Beseitigung größerer Ablagerungen zulasten der regulären Reinigungsleistungen geht.
Ein weiterer Aufgabenbereich ist die Montage und Reparatur von öffentlichem Mobiliar wie Abfalleimern, Aschenbechern und die Wartung von Sitzbänken. Da diese Arbeiten spezialisiertes Material, entsprechendes Werkzeug und geschultes Personal erfordern, können sie von einem zentralen, darauf spezialisierten Trupp effizienter und in höherer Qualität durchgeführt werden als von den regulären Reinigungsteams.
Darüber hinaus ist das neue Team für die Reinigung von Rigolen im gesamten Stadtgebiet zuständig. Ein besonderer Bedarf entsteht nach Starkregenereignissen, wenn innerhalb kurzer Zeit umfangreiche Reinigungsarbeiten erforderlich sind. Das Team für Sonderaufgaben kann seine Kapazitäten in solchen Fällen kurzfristig auf diese Aufgabe konzentrieren und die notwendigen Arbeiten rasch durchführen, ohne dass dadurch die reguläre Straßenreinigung und damit die allgemeine Sauberkeit beeinträchtigt werden.
Stadtreinigung: Infrastruktur und Initiativen
Zur Sauberkeit gehört auch die passende Infrastruktur. Linz hat rund 2.700 öffentliche Abfalleimer. Zudem werden an rund 140 Hundekotsackerlspendern etwa 2 Millionen Gratis-Sackerl pro Jahr angeboten – fast ein Sackerl pro Linzer Hund pro Tag.
In der Regel kommen „Standard“-Kunststoffeimer in orange oder grün mit 50 Litern Fassungsvermögen zum Einsatz. Diese Abfalleimer sind gut sichtbar, platzsparend, krähensicher und einfach in der Handhabung. Dieses Standard-Modell ist nicht nur zweckmäßig, sondern aufgrund der besonders weiten Verbreitung auch unschlagbar kosteneffizient. Das ist vor allem deshalb wichtig, da Abfalleimer gerne beklebt, beschmiert oder ähnliches werden und zur Wiederherstellung der Funktionalität und der ansprechenden Optik regelmäßig ersetzt werden müssen.
Auf öffentlichen Plätzen, Fußgängerzonen und ähnlichen Flächen mit ausreichend Platz und hoher Passant*innenenfrequenz kommen hochwertige, robuste und optisch ansprechende Edelstahl-Abfalleimer mit integriertem Ascher und optionaler Pfand-Abstellmöglichkeit zum Einsatz. Seit 2020 investiert SGS jedes Jahr etwa 24.000 Euro in die Erweiterung dieser „Abfallhaie“ in der Innenstadt. Inzwischen sind die gesamte Landstraße und einige stark frequentiert Plätze bzw. Haltestellen abseits der Landstraße damit ausgestattet. Aktuell sind 120 Abfallhaie in drei verschiedenen Größen – je nach örtlichem Bedarf – verbaut. Diese werden zwei Mal pro Jahr gereinigt. Ein weiterer Ausbau ist auch für die kommenden Jahre vorgesehen.
Neues Pilotprojekt mit Aschenbechern
Außerdem werden an ausgewählten Abfalleimern Aschenbecher angebracht. Zwar sind die Standard-Mistkübel mit einem Ausdämpfblech ausgestattet, dieses wird jedoch häufig nicht genutzt. In der Vergangenheit gab es einige missglückte Versuche, Aschenbecher im öffentlichen Raum zu etablieren. Dies scheiterte vor allem an den ausgewählten Aschenbecher-Modellen, die sich in der Nutzung und Entleerung als zu wenig robust herausstellten. Daher wurde seit Bildung der Abteilung Stadtreinigung einige Zeit in die Recherche zu geeigneten Varianten investiert. Inzwischen wurde ein Modell ausgewählt und seit letzter Woche an ausgewählten Pilot-Standorten montiert.
Pfandringe
Seit der Einführung des österreichweiten Pfandsystems im Jänner 2025 sind in der Linzer Innenstadt Pfandringe im Einsatz. Damit war Linz die erste Stadt Österreichs, die Pfandringe eingeführt hat. Aktuell sind insgesamt ca. 20 Ringe in der Landstraße und Hauptstraße installiert. Sie werden stets an Abfalleimer platziert, sodass sie mehrmals täglich von Reinigungsmitarbeitern gesichtet und gegebenenfalls Verschmutzungen oder unerwünschte Ablagerung entfernt werden können. Die Ringe geben einen Anreiz, Einwegpfandflaschen getrennt vom herkömmlichen Abfall abzustellen. Sie tragen so zum Recycling bei und erlauben Sammler*innen eine unkomplizierte Entnahme. Pfandringe tragen aber auch zum sauberen Stadtbild bei, da Flaschen und Dosen nicht unkoordiniert auf oder neben Abfalleimer abgestellt werden, sondern ordentlich gesammelt in den Pfandringen.
Initiative „Linz macht sauber“
Trotz guter Infrastruktur stellt achtlos weggeworfener Müll im öffentlichen Raum eine Herausforderung dar. Um zu unterstützen, dass die Linzer:innen gemeinsam Verantwortung für ein sauberes Lebensumfeld übernehmen und zu zeigen, dass jede und jeder Einzelne einen wichtigen Beitrag leisten kann, wurde 2018 die Bewusstseinskampagne „Bleib sauber“ ins Leben gerufen. Sie macht mit Aufklebern und wiederkehrenden Werbeeinschaltungen auf das Thema aufmerksam. Seit 2022 gibt es zudem die Mitmach-Aktion „Linz macht sauber“, bei der das Engagement für ein sauberes Linz mit Preisen belohnt wird.
Insgesamt zeigen die bereits gesetzten Maßnahmen, dass die Weiterentwicklung der Stadtreinigung als kontinuierlicher Prozess verstanden wird. Die Neuorganisation, optimierte Dienst- und Routenpläne, zusätzliche Leistungen, Verbesserungen bei Abfalleimern und Aschenbechern sowie die gezielte Reaktion auf erkannte Problemstellen greifen dabei ineinander. Das Ziel ist nicht nur, das bestehende Sauberkeitsniveau zu halten, sondern es Schritt für Schritt weiter anzuheben. Auch die Potentiale der Digitalisierung können dazu einen Beitrag leisten. Im Programm „Talent Stage“ des Personalressorts wurden beispielsweise Projekte eingebracht, die mithelfen sollen, Routenplanungen und den Wissenstransfer in Zukunft noch weiter zu verbessen. Die für 2027 vorgesehene Sauberkeitsinitiative setzt diesen Weg fort und schafft zusätzliche Kapazitäten, um sowohl auf akute Verschmutzungen rascher reagieren als auch die regulären Reinigungsteams nachhaltig entlasten zu können.
Text- und Fotoquelle: Stadt Linz