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01.09.2026 Pressemeldung

Marianne.von.Willemer – Preisträgerin 2026 gekürt

Preisträgerin Oona Valarie Serbest wird für ihr Werk „Augmented Resistance Walk Linz“ ausgezeichnet. Verleihung am 22. September 2026 im Audimax der Kunstuni Linz

Der mit 5.000 Euro dotierte „Marianne.von.Willemer–Preis für digitale Medien“ der Stadt Linz geht heuer an Mag.a art. Oona Valarie Serbest. Die in Linz lebende Medienkünstlerin erhält die Auszeichnung für ihre Einreichung „Augmented Resistance Walk Linz“. Der „Augmented Resistance Walk“ ist ein AR-Spiel, das Linzer Stadtgeschichte in digitaler immersiver Form anhand bedeutender Linzer Pionierinnen erzählt.

 

Das Frauenressort der Stadt Linz stiftet im Gedenken an die aus Linz stammende Autorin Marianne von Willemer, geborene Jung, einen Preis für Frauen, die digitale Medien als künstlerisches Werkzeug und Ausdrucksmittel nutzen. Strukturelle Ungleichheiten prägen nach wie vor den Kunst- und Kulturbereich – ein Bereich, in dem Frauen trotz ihrer herausragenden Leistungen nach wie vor unverhältnismäßig unsichtbar sind. Macht und Ressourcen sind ungleich verteilt und genau hier setzt der Marianne.von.Willemer-Preis an und zeichnet exzellente künstlerische Arbeiten aus. Die diesjährige Preisverleihung findet am Donnerstag, 22. September 2026, um 19 Uhr im Audimax der Kunstuniversität Linz statt.

 

„Der Augmented-Resistance-Walk ist ein herausragendes Projekt und ein wichtiger Schritt in Richtung einer gerechteren Geschichtsschreibung in unserer Stadt. Das Projekt macht Frauen und ihre Beiträge für die Entwicklung von Linz erlebbar. Ich bedanke mich bei Oona Valarie Serbest dafür, dass sie uns diese Zugänge und Auseinandersetzungen auf eine einzigartige Weise ermöglicht. Mit ihrem großen und vielseitigen Engagement trägt sie seit vielen Jahren maßgeblich dazu bei, feministische Themen in der Stadt zu platzieren und zu diskutieren. Ich gratuliere ihr von ganzem Herzen zum diesjährigen Marianne.von.Willemer Preis und lade alle Linzer*innen zur Preisverleihung ein“ so Frauenstadträtin Mag.a Eva Schobesberger.

Auswahl aus 23 eingereichten Arbeiten

Teilnahmeberechtigt waren Frauen, die „Digitale Medien“ gestaltend, experimentell und künstlerisch nutzen und in ihrer Einreichung einen Zusammenhang zur Stadt Linz (Linz-Bezug) darlegen. Eine hochkarätige dreiköpfige Fachjury bestehend aus Priv.-Doz.in Dr.in Gerda Lampalzer-Oppermann (Kunstuniversität Linz), Prof.in (FHMag.a art. Dr.in Rosa von Suess, (Professorin an der Fachhochschule St. Pölten, Department Medien und Digitale Technologien) und Univ.-Prof.in Mag.a art. Brigitte Vasicek (Vizerektorin für Kunst und Lehre an der Kunstuniversität Linz) bewertete und sichtete mit großer Sorgfalt die eingereichten künstlerischen Arbeiten.

Von den 23 eingereichten Werken entschied sich die Jury für die Einreichung von Mag.a art. Oona Valarie Serbest mit dem Titel „Augmented Resistance Walk“ mit folgender Begründung:

Oona Valarie Serbest überzeugte die Jury mit ihrem Werk „Augmented Resistance Walk“ – ein AR-Spiel, das Linzer Frauengeschichte in digitaler Form erzählt. Anhand konkreter historischer Frauenfiguren wird Gegenwart mit Vergangenheit und die physische mit einer virtuellen Welt verbunden.

 

Durch den Einsatz browserbasierter Augmented Reality ohne Nutzerinnenregistrierung oder zusätzliche Applikation sowie durch eine projektbezogen entwickelte KI-Infrastruktur mit lokal trainierten Modellen werden die technischen Zugangshürden für Spieler*innen reduziert und die künstlerische Unabhängigkeit von externen Plattformen und Diensten gestärkt.

 

Die medienkünstlerische Praxis von Oona Valarie Serbest beruht auf einer kollektiven und netzwerkbasierten Arbeitsweise. In ihrer Forschungsarbeit stützt sie sich auf Quellen wie das Linzer Stadtarchiv und das kollektive Wissen der Linzer Frauenszene. Mit dem Augmented Resistance Walk setzt sie digitale Werkzeuge für ein starkes politisch-feministisches Statement ein.

Kurzbiografie Mag.a art. Oona Valarie Serbest

Geboren 1983 in Linz, lebt und arbeitet Serbest in Linz. Die künstlerische Praxis bewegt sich zwischen bildender Kunst, Street-Art, Medien- und Performancekunst sowie Installationen in Museen und Galerien. Konzeptionelle Arbeit im Spannungsfeld von Feminismus, Individualismus, Kollektivismus und systemischen Unterdrückungsmechanismen, mit Raum für Dialog und Verhandlung über gesellschaftspolitische Strukturen.

 

Als Initiatorin der Allianz „Feminismus und Krawall“ hat Oona Valarie Serbest mit aktionistischen Kunstprojekten im öffentlichen Raum weit über Linz hinaus Aufmerksamkeit erzeugt. Sie ist Geschäftsführerin von FIFTITU% – der Linzer Vernetzungsstelle für Frauen* in Kunst und Kultur, gegründet 1998 – und Vorsitzende des Linzer Stadtkulturbeirats. Darüber hinaus lehrt sie an der Kunstuniversität Linz und wurde für ihre künstlerische und kulturpolitische Arbeit mehrfach ausgezeichnet.

 

Ihre Diplomarbeit „Immersive Narrative und reale Kämpfe: Augmented Reality und die Rekonstruktion feministischer Stadtgeschichte“ an der Kunstuniversität Linz bildet die theoretische Grundlage des eingereichten Werks. Der Augmented Resistance Walk ist ortsspezifisch in Linz konzipiert; die zwei spielbaren Level stehen am Linzer Hauptplatz (Marie Beutlmayr) und vor dem Lentos Kunstmuseum (Maria Lüftenegger). Recherchegrundlage waren Linzer Archive sowie die Arbeiten von Gabriella Hauch, Elisabeth Murhammer, Helga Schager und Petra Unger zur Frauen*geschichte.

So funktioniert der AR-WALK

Mitten am Linzer Hauptplatz beginnt eine virtuelle Zeitreise, die Besucher*innen spricht Marie Beutlmayr an, die erste Linzer Gemeinderätin. Sie benötigt dringend Hilfe: „Wichtige Unterlagen sind verschwunden. Wie können Sie helfen? Seit gestern ist dieses Szenario Realität. Über das Smartphone können wir Frauen aus unterschiedlichen Epochen nun genau dort begegnen, wo sie einst gewirkt haben.“

 

Wie funktioniert das? Mit der so genannten „Augmented Reality“ (AR) werden die Pionierinnen durch computergenerierte Bilder auf dem Bildschirm wieder in die Stadt geholt. Die „Augmented Reality“ wird zum „Augmented Resistance Walk“, zum widerständigen Spaziergang auf den Spuren der kämpferischen Frauen von Linz.

 

Maria Lüftenegger (1784 – 1850) war die erste Linzer Schiffsmeisterin, erfolgreiche Unternehmerin, bahnbrechende Visionärin. Nach ihr ist die Linzer Lüfteneggerstraße benannt, in die Geschichte allerdings ging sie als „Mutter der Armen“ ein. Dabei war Maria Lüftenegger viel mehr als eine wohltätige Witwe. Genau diese historischen Uneindeutigkeiten macht der AR-Walk zum Thema.

Die Stadt als Bühne

Den ersten weltweiten Boom erlebte Augmented Reality mit Pokémon GO: Plötzlich standen Menschenmassen mit dem Smartphone in der Hand im öffentlichen Raum und interagierten mit für andere unsichtbaren digitalen Figuren. Heute braucht es dafür keine eigene App. Einfach im Internet-Browser die Webseite https://ar-walk.at aufrufen und los geht’s!

 

So funktioniert’s:

  • Startpunkt aufsuchen: Stellen Sie sich auf den Linzer Hauptplatz (Marie Beutlmayr) oder vor das Lentos Kunstmuseum (Maria Lüftenegger)
  • Website aufrufen: Öffnen Sie mit Ihrem Smartphone https://ar-walk.at
  • Zugriff erlauben: Um das Spiel spielen zu können, erlauben Sie bitte Kamera- und Standortzugriff.
  • Level starten: Platzieren Sie die AR-Szene an einem sicheren Ort mit einer Fläche von circa 10 x 10 Metern. Bitte unbedingt Abstand zur Fahrbahn halten und auf den Verkehr achten. Kinder deshalb begleiten.
  • Richten Sie die AR-Elemente, die Sie am Smartphone sehen, horizontal passend am Boden aus. Sie sollen nicht oberhalb in der Luft schweben.
  • Interagieren: Versuchen Sie mit den Spielfiguren in Kontakt zu treten und hören Sie ihnen zu, um Hinweise im Spiel zu finden.
  • Dauer: Ca. 10 bis 15 Minuten pro Station
  • Verfügbarkeit: Rund um die Uhr
  • Startpunkte: Hauptplatz Linz (Marie Beutlmayr), Lentos Kunstmuseum (Maria Lüftenegger)

Der Marianne von Willemer Preis

Marianne von Willemer wurde 1784 in Linz geboren. Als 14-Jährige kam sie mit ihrer Mutter nach Frankfurt am Main, wo sie Johann Wolfgang von Goethe kennen lernte. 1819 erscheint Goethes „Westöstlicher Diwan“ und erst neun Jahre nach Marianne von Willemers Tod erfährt die Nachwelt, dass mehrere der schönsten Gedichte daraus eigentlich aus ihrer Feder stammten. Die Leistungen der Autorin blieben im Schatten und wurden von der Fachwelt kaum bis gar nicht beachtet.

 

Seit dem Jahr 2000 vergibt die Stadt Linz den Marianne.von.Willemer-Preis. Auf den „Frauen.Literatur.Preis“ in den ungeraden Jahren folgt in den geraden Jahren – so auch heuer – der „Preis für digitale Medien. Der Marianne.von.Willemer–Preis hat sich mittlerweile in der Kunstszene etabliert und ist aus der österreichischen Kunst- und Kulturbranche nicht mehr wegzudenken.

Preisverleihung am 22. September

Der Marianne.von.Willemer–Preis für digitale Medien wird heuer am 22. September 2026 um 19 Uhr im Audimax der Kunstuniversität Linz verliehen. Aus organisatorischen Gründen wird um Anmeldung gebeten bis spätestens 19. September 2026 unter +43 732 7070 1191, per E-Mail unter [email protected] oder direkt mit diesem Link.

 

Text- und Fotoquelle: Stadt Linz

Eva Schobesberger

Stadträtin für Klima, Stadtgrün, Frauen und Bildung und Bezirkssprecherin der Grünen Linz

[email protected]
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