Weichen für zweiten Hauptbahnhof-Eingang jetzt stellen
Obwohl der Linzer Hauptbahnhof die größte Drehscheibe für den Nah- und Fernverkehr in der Landeshauptstadt ist, kann er nur von einer Seite aus betreten werden. Das wollen die Grünen mit einem Gemeinderatsantrag ändern und damit sicherstellen, dass der Fuß- und Radverkehr künftig auch von der Union- bzw. Wiener Straße die Bahnsteige erreichen kann. „Mit dem geplanten neuen Quartier zwischen der Unionkreuzung und der Anzengruberstraße nimmt die Debatte über die Erreichbarkeit des Hauptbahnhofs wieder an Fahrt auf. Wenn wir diese Chance nützen wollen, gilt es jetzt, die Weichen zu stellen, um auch den vielen Linzer:innen, die südlich des Bahnhofes zu Hause sind, einen direkten Zugang anstatt zeitraubender Umwege zu ermöglichen“, betont Klubobmann Helge Langer.
Während die Hauptbahnhöfe in Graz, Salzburg und Innsbruck mittlerweile von verschiedenen Seiten erreichbar sind, gibt es in Linz nach wie vor nur den Eingang bei der Kärntnerstraße. Das ist unpraktisch und führt für viele Bürger:innen zu Zeitverlusten. „Vom Andreas-Hofer-Platz ist der nächstgelegene Bahnsteig nur rund 550 Meter Luftlinie entfernt. Dennoch müssen die Menschen von dort bis zu 1,5 Kilometer und somit die dreifache Strecke zurücklegen, um ihr Ziel zu erreichen“, verweist Langer auf den dadurch entstehenden Zeitverlust. Dabei würde es bereits einen Fußweg geben, der die Unionstraße mit dem Bahnhof verbindet. Die Versuche, diesen für die Allgemeinheit zu öffnen, sind seit mehr als einem Viertel Jahrhundert gescheitert – nicht zuletzt am Widerstand der ÖBB aufgrund Sicherheitsbedenken.
Neuer Stadtteil in Planung
Dieser könnte jedoch überwunden werden, stehen doch große Veränderungen auf dem Areal der ÖBB im Bereich der Wiener Straße sowie der Unionstraße bevor. Konkret soll zwischen der Unionkreuzung und der Anzengruberstraße ein neuer Stadtteil entstehen, die Planungen dafür laufen. Außerdem errichten die Bundesbahnen in der Raimundstraße eine neue Servicehalle, die wohl zumindest einen Teil der Wartungsarbeiten vom Hauptbahnhof dorthin verlagern wird. „Diese Veränderungen sind die Gelegenheit, den Hauptbahnhof für den Fuß- und Radverkehr auch von Süden mit einem barrierefreien, beleuchteten und durchgehend offenen Zugang anzubinden. Damit das gelingt und dieses leidige Thema endlich ein positives Ende findet, müssen jetzt die entsprechenden Schritte gesetzt werden“, fordert Langer ein rasches Handeln.