Zweiter Bahnhofs-Zugang: Gemeinderat sendet erste Signale
Die Öffnung des Hauptbahnhofes in Richtung Süden ist einen ersten Schritt näher gerückt. Nachdem unser Antrag dazu gestern Abend im Gemeinderat auf einhellige Zustimmung gestoßen ist, werden Details und die weitere Vorgehensweise nun im Planungsausschuss diskutiert. „Mit dem geplanten neuen ÖBB-Quartier zwischen der Unionkreuzung und der Anzengruberstraße ist die Chance groß wie lange nicht, dass viele Linzer:innen, die südlich des Bahnhofs zu Hause sind, endlich einen direkten Zugang bekommen. Dazu müssen jetzt im Ausschuss rasch die Weichen gestellt werden, um auf den Zug aufspringen zu können, ehe dieser wieder abfährt“, hält Klubobmann Helge Langer fest.
Obwohl der Linzer Hauptbahnhof die größte Nah- und Fernverkehrsdrehscheibe der Stadt ist, lässt sich diese bis heute nur von einer Seite betreten. Das ist unpraktisch und führt für viele Linzer:innen zu Zeitverlusten. So ist zum Beispiel vom Andreas-Hofer-Platz der nächstgelegene Bahnsteig nur rund 550 Meter Luftlinie entfernt. Dennoch müssen die Menschen von dort bis zu 1,5 Kilometer und somit die dreifache Strecke zurücklegen, um ihr Ziel zu erreichen.
„Der Hauptbahnhof ist also beinahe in Sichtweite der hier lebenden Menschen. Trotzdem stehen sie südlich des Areals vor verschlossenen Toren. Das muss sich ändern“, plädiert Langer für einen barrierefreien, beleuchteten und durchgehend offenen Zugang von dieser Seite. Noch dazu, da ein Fußweg, der die Unionstraße mit dem Bahnhof verbindet, bereits vorhanden ist. Diesen wollten die ÖBB aufgrund Sicherheitsbedenken bisher nicht für die Allgemeinheit öffnen.
Neuer Stadtteil in Planung
Mit den baulichen Veränderungen auf dem Gelände soll nun ein neuer Anlauf genommen werden, um dieses seit einem Vierteljahrhundert diskutierte Anliegen endlich zu einem positiven Ende zu bringen. Neben dem geplanten Quartier, das die ÖBB ab 2028 zwischen der Anzengruberstraße und der Wiener Straße errichten wollen, und den Arbeiten für den viergleisigen Bahnausbau Richtung Kleinmünchen, errichten die Bundesbahnen in der Raimundstraße eine neue Servicehalle für die Zugwartung. Diese wird wohl zumindest einen Teil der Wartungsarbeiten vom Hauptbahnhof dorthin verlagern. „Angesichts dieser Bauvorhaben ist jetzt der Zeitpunkt, rasch den Kontakt mit den ÖBB zu suchen, um einen Zugang aus südlicher Richtung gemeinsam zu planen und umzusetzen“, hält Langer fest.