Flughafen-Verkauf: Notbremse statt Schlussstrich
Der jahrelange Blindflug von ÖVP, SPÖ und FPÖ hat den Flughafen in die aktuelle Misere gesteuert. Mit dem heute vom Gemeinderat auch mit Stimmen der Grünen beschlossenen Verkauf der städtischen Anteile ist nun aber kein Schlussstrich, sondern die Notbremse gezogen worden. „Im Interesse der Stadt haben wir dem Verkauf zugestimmt. Damit ist das Kapitel Flughafen aber nicht beendet. Schließlich trägt das wirtschaftliche Desaster der vergangenen Jahre eine politische Verantwortung. Über diese gilt es noch oft zu sprechen und dafür Sorge zu tragen, dass sich ein solches Debakel anderswo nicht wiederholt“, betont Gemeinderat Michael Svoboda, Finanzsprecher der Grünen Linz.
Obwohl keine Strategie oder gar ein tragfähiges Zukunftskonzept für den Flughafen vorgelegen ist, hat der Gemeinderat im Vorjahr ohne Zustimmung der Grünen einen vier-Millionen-Zuschuss zur Rettung des Airports beschlossen. Der Bürgermeister hat damals ein klares Bekenntnis zur Eigentümerschaft der Stadt am Flughafen abgegeben. Rund 15 Monate später ist dieses offenbar verflogen und es sieht so aus, dass die Stadt ihren Anteil am Flughafen um gerade einmal ein Drittel des im Vorjahr gewährten Zuschusses verkaufen muss.
„Begründungen, warum der Flughafen derartig ins Trudeln geraten ist, haben wir viele gehört. Manche mögen berechtigt sein, manche scheinen den Linzer Flughafen ziemlich exklusiv getroffen zu haben, wenn man den Verantwortlichen glauben schenkt. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Passagierzahlen seit längerem sinken. Dennoch sind ÖVP, SPÖ und FPÖ im Aufsichtsrat weiterhin auf Autopilot unterwegs gewesen, anstatt zu versuchen, das Ruder herumzureißen. Dieses Versagen kommt uns nun teuer zu stehen“, so Svoboda.