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am 8. August

Trotz Hitzewelle und großer Trockenheit herrscht bei Bemühungen zum Schutz der Menschen Winterschlaf

Ursula Roschger - Verschwitzte Gesichter am Tag, Schlaflosigkeit in der Nacht: Seit knapp zwei Wochen hat uns die Sommerhitze fest im Griff. Besonders deutlich spürbar sind Temperaturen jenseits der 30 Grad in der dicht verbauten Innenstadt. Zusätzlich ist seit Monaten viel zu wenig Niederschlag gefallen.

Dennoch wird weder die Natur als natürliche Klimaanlage genügend genützt noch gibt es in Linz bis heute eine Strategie zum Schutz der Menschen vor den Auswirkungen von Hitzewellen. Damit hätte aber schon vorgestern begonnen werden müssen. 

Schließlich macht uns derzeit nicht nur die Hitze sondern auch die Trockenheit zu schaffen. So ist der Zeitraum zwischen April und Juli laut Wetteraufzeichnungen der trockenste seit 1852. Das heurige Jahr zeigt auch den letzten ZweiflerInnen, dass die Klimakrise kein Phänomen ist, das in ferner Zukunft vor unserer Haustür stehen wird. Im Gegenteil: Die Erderhitzung hat schon längst die Eingangsschwelle übertreten und macht sich in unseren Wohnzimmern breit. 

Deshalb setzen wir uns seit Jahren für eine konkrete Strategie und Maßnahmen zum Schutz vor der Hitze ein. Gescheitert sind die Initiativen der Grünen Linz gemeinsam mit Stadträtin Eva Schobesberger jedoch am Desinteresse von SPÖ und FPÖ.  

Mehr Grün in der Stadt, hellere Dächer, weniger versiegelte Flächen 

Somit kommt trotz der Erfahrungen aus dem heurigen und den vergangenen Sommern immer noch kein frischer Wind in die Bemühungen, die Auswirkungen der Hitze auf uns alle so gering als möglich zu halten. Ein erster Schritt muss der Schutz und Ausbau unserer Grün- und Parkflächen sein. Alleine ein ausgewachsener Baum kühlt die Umgebungstemperatur um bis zu drei Grad Celsius ab. 

Genauso wichtig, damit die natürlichen Klimaanlagen auf höchster Stufe laufen können, sind die Begrünung von Hausfassaden, der Erhalt von grünen Innenhöfen, die Reduzierung von versiegelten Flächen und eine entsprechende Gestaltung von Ober- und Grünflächen, die es dem Boden erlaubt, Wasser aufzunehmen, zu speichern und nur langsam wieder abzugeben. Ein weiterer Baustein für kühle Köpfe an heißen Sommertagen ist direkt über uns zu finden. Die Rede ist von den Dächern, die nach wie vor zum großen Teil dunkel gehalten sind. Dabei ist erwiesen, dass helle Dachflächen die Hitze weit weniger speichern und somit ebenfalls zu einer angenehmeren Umgebungstemperatur beitragen.

Sofortmaßnahmen statt Zerstörung von Tiefgaragen 

Möglichkeiten, um das Stadtleben bei Temperaturen von mehr als 30 Grad angenehmer zu gestalten, gibt es. Deshalb müssen einerseits Sofortmaßnahmen eingeleitet werden, etwa der Ausbau von Grünflächen entlang von Verkehrswegen und eine ordentliche Dotierung des Fördertopfes für Fassadenbegrünung anstatt unsere Parks durch Tiefgaragenprojekte zu zerstören. Andererseits braucht es eine langfristige Klimaanpassungsstrategie, die einen zentralen Platz im Stadtentwicklungsplan finden muss. 

Für uns ist klar, dass wir nicht länger zuschauen wollen, wie uns der drohende Klimakollaps immer weiter die Schweißperlen auf die Stirn treibt. Die Erfahrungen des heurigen Sommers müssen Konsequenzen haben. Der Bürgermeister und der zuständige Stadtplanungsreferent sind gefordert, endlich Strategien festlegen, damit die Stadt auch im Sommer lebenswert bleibt.

 


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