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am 12. September

Trotz Hitzesommer bleibt Rot-Blau bei Bemühungen zum Schutz der Menschen im Winterschlaf

Ursula Roschger - Die Hitze hatte uns auch in diesem Sommer fest im Griff. So hat die ZAMG heuer den viertwärmsten Sommer der Messgeschichte verzeichnet. Während sich die die rot-blaue Rathauskoalition weiterhin im Winterschlaf befindet, setzen wir uns dafür ein, dass die Auswirkungen der Hitze im dicht verbauten Stadtgebiet erträglich bleiben.

Verschwitzte Gesichter am Tag, Schlaflosigkeit in der Nacht – der Sommer 2018 hat uns körperlich spüren lassen, welche Auswirkungen die Erdüberhitzung auf uns hat. Um Maßnahmen zum Schutz vor der Sommerhitze zu entwickeln, nimmt die Stadt Linz auf Initiative unserer Umweltstadträtin Eva Schobesberger am EU-Projekt "Clarity" teil. 

Speziell untersucht wird in unserer Stadt dabei die städtische Überhitzung und die Entwicklung von Maßnahmen, um sogenannte Hitzeinseln zu reduzieren. Basis dafür sind spezielle Klimamodelle, mit denen verschiedenste Szenarien dargestellt werden können. Ergebnisse sollen bis Mai 2020 vorliegen. Insgesamt nehmen am Clarity-Projekt 17 PartnerInnen aus fünf Ländern teil (mehr dazu ist hier​ nachzulesen). 

Doch während im von den Grünen verantworteten Umweltressort der Schutz der LinzerInnen vor künftigen Hitzeperioden Priorität hat, scheint noch immer nicht allen klar zu sein, dass die Klimakrise nicht mehr nur vor der Haustür steht, sondern sich bereits in unseren Wohnzimmern breit macht. Nicht nur, dass SPÖ und FPÖ jeden unserer Anträge für nachhaltige Konzepte und mehr natürliche Klimaanlagen abgelehnt haben – nun sollen auch noch die Förderungen für Begrünungsmaßnahmen gestrichen werden. 

Grüne Wand kühlt wie leistungsstarke Klimaanlagen  

Offenbar verharren SPÖ und FPÖ in ihrem Winterschlaf, anders sind solche kontraproduktive Maßnahmen nicht zu erklären. Damit wir künftig auch an Hundstagen kühlen Kopf bewahren können, fordern wir in der kommenden Gemeinderatssitzung, dass die Stadt die nötigen finanziellen Mittel für die Begrünung von Fassaden und Dachflächen zur Verfügung stellt. Nur mit genügend Geld kann frischer Wind in die Bemühungen kommen, die Auswirkungen der Klimakrise so gering als möglich zu halten​.

Eine von vielen wichtigen Maßnahme ist dabei die Begrünung von Bauwerken. So kühlt eine grüne Wand mit 850 Quadratmetern laut der Wiener Umweltschutzabteilung so gut wie 75 Klimageräte, die mit 3000 Watt acht Stunden laufen. Somit zeigt sich einmal mehr, dass die Natur die leistungsstärkste und vor allem umweltfreundlichste Klimaanlage ist, die nach wie vor viel zu wenig Berücksichtigung findet. 

Mit einem weiteren Gemeinderatsantrag wollen wir den Boden für mehr Stadtgrün bereiten. Konkret fordern wir, dass die Bereiche Stadtgrün und Straßenbetreuung im Magistrat um eine/n GrünraumplanerIn erweitert wird. Wie wichtig genügend Grünpflanzen im dicht verbauten Gebiet sind, zeigt sich alleine daran, dass ein ausgewachsener Baum die Umgebungstemperatur um bis zu drei Grad Celsius abkühlt. ​ 

Hellere Dächer, weniger versiegelte Flächen 

Genauso wichtig, damit die natürlichen Klimaanlagen auf höchster Stufe laufen können, sind die Begrünung von Hausfassaden, der Erhalt von grünen Innenhöfen, die Reduzierung von versiegelten Flächen und eine entsprechende Gestaltung von Ober- und Grünflächen, die es dem Boden erlaubt, Wasser aufzunehmen, zu speichern und nur langsam wieder abzugeben. 

Ein weiterer Baustein für kühle Köpfe an heißen Sommertagen ist direkt über uns zu finden. Die Rede ist von den Dächern, die nach wie vor zum großen Teil dunkel gehalten sind. Dabei ist erwiesen, dass helle Dachflächen die Hitze weit weniger speichern und somit ebenfalls zu einer angenehmeren Umgebungstemperatur beitragen.

Sofortmaßnahmen statt Zerstörung von Tiefgaragen 

Möglichkeiten, um das Stadtleben bei Temperaturen von mehr als 30 Grad angenehmer zu gestalten, gibt es. Deshalb müssen einerseits Sofortmaßnahmen eingeleitet werden, anstatt unsere Parks durch Tiefgaragenprojekte zu zerstören. Andererseits braucht es eine langfristige Klimaanpassungsstrategie, die einen zentralen Platz im Stadtentwicklungsplan finden muss. 

Für uns ist klar, dass wir nicht länger zuschauen wollen, wie uns der drohende Klimakollaps immer weiter die Schweißperlen auf die Stirn treibt. Die Erfahrungen des heurigen Sommers müssen Konsequenzen haben. Der Bürgermeister und der zuständige Stadtplanungsreferent sind gefordert, endlich Strategien festlegen, damit die Stadt auch im Sommer lebenswert bleibt.

 


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