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am 11. Juli

Linzer Flächenfraß

Eva Schobesberger - Weitere Zerstückelung des Grünzugs in Pichling - Vorbereitungen im Stadtsenat beschlossen

Skizze: Bauland inmitten von Grünlandwidmung - Pichlinger See (Kartengrundlage: DORIS Land Oberösterreich Geoinformation)

Linzer Fächenfraß: Weitere Zerstückelung des Grünzugs in Pichling - Vorbereitungen im Stadtsenat beschlossen


SPÖ, FPÖ und ÖVP leiten neuen Flächenfraß in Pichling ein. Selbst die Gefährdung des Europaschutzgebietes Traun-Donau-Auen wird dabei in Kauf genommen. Weitere 180.000 m2 Grünland sollen in Pichling in Bauland umgewidmet werden. Das entspricht einer Bodenfläche, in der der Linzer Hauptplatz fast 14 Mal Platz hätte. Die Vorbereitungen dafür wurden heute bereits im Stadtsenat beschlossen.


Bodenschutz ist Klimaschutz! Es vergeht kaum ein Tag, an dem das nicht mit allen negativen Auswirkungen des massiven Flächenverbrauchs in mindestens einer großen Tageszeitung nachzulesen ist. „Die heutige Stadtsenatssitzung hat wieder einmal gezeigt, wieviel Klimaabsichtserklärungen wert sind, wenn es konkret wird. Der Bürgermeister lässt sich noch als Retter der einen Grünfläche feiern und gleichzeitig wird der nächste Flächenfraß im großen Stil vorbereitet.“, meint Umweltstadträtin Eva Schobesberger.

Auf der Tagesordnung der heutigen Stadtsenatssitzung standen erste konkrete Umsetzungsschritte. Beschlossen wurde die Beauftragung einer wasserbautechnischen Untersuchung, weil das betroffene Gebiet auch noch fast zur Gänze im 30- und 100-jährlichen Hochwasserrückstaubereich liegt.

Stadträtin Schobesberger hat zu Beginn der Sitzung die naturschutzfachliche Stellungnahme verteilt. „Ich wollte damit sicherstellen, dass allen Entscheidungsträgerinnen bewusst ist, was die Zerstörung dieses Grünlandes bedeuten würde,“ meint Schobesberger.

So wird in der Stellungnahme auf Ziele im örtlichen Entwicklungskonzept hingewiesen, die mit dieser Grünzone verfolgt werden und von elementarer Bedeutung für unseren Lebensraum sind: z.B der Erhalt von großflächigen, unbelasteten und unzerschnittenen Flächen mit Böden guter Bonität für eine ökologisch verträgliche Landwirtschaft.

Die beabsichtigte Umwidmung würde unter anderem sogar „die Qualität des unmittelbar angrenzenden Europaschutzgebietes Traun-Donau-Auen nachhaltig verschlechtern – insbesondere hinsichtlich der Schutzgüter Amphibien/Reptilien und Vögel“, heißt es in der Stellungnahme weiter.

Obwohl die bereits vorhandenen Betriebsbaugebiete noch gar nicht zur Gänze genutzt werden, wurde erst im September 2018 das Örtliche Entwicklungskonzept Nr. 2 geändert, um zukünftig eine Erweiterung des Südparks Pichling nach Westen um ca. 16 ha zu ermöglichen. Und jetzt soll noch ein weiteres Grundstück südlich des Gewerbeparks aus dem Grünzug herausfiletiert werden, um eine zusätzliche Erweiterung des Gewerbeparks vorzunehmen.

Der Lebensraum Stadt ist auf möglichst großflächige, zusammenhängende Grünräume angewiesen. „Die Zerfledderung unseres Grüngürtels hat langfristig massiv nachteilige Auswirkungen auf das Klima in unserer Stadt und natürlich auch auf die Artenvielfalt und die Stadtnatur insgesamt. Wenn jetzt die Stadt selbst anfängt die eigenen Grundstücke Stück für Stück aus dem Grünland herauszustechen, hat das entsprechende Folgewirkungen. Da gibt es Privaten gegenüber ja gar kein Argument mehr, warum nicht ihr Grundstück auch umgewidmet werden soll,“ warnt Schobesberger. 
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11.07.2019

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