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Dienstag

Kopfschütteln über Aussagen des Bürgermeisters: Grüne Umweltstadträtin kritisiert Luger für seine Ankündigung, weitere Teile des Grüngürtels umwidmen zu wollen

Eva Schobesberger - Der Linzer Bürgermeister wird heute mit den Worten zitiert: „Wir werden uns nicht davor drücken können, Grünland umzuwidmen“. Konkret geht es um den Grüngürtel im Norden von Linz rund um das Areal der Johannes Kepler Universität.

„Wer in Zeiten der Klimakrise immer noch behauptet, es dürfe keine Tabus geben, wenn neue Bodenversiegelung und Flächenfraß im Raum stehen, hat nicht verstanden worum es geht. In der Klimakrise ist der Grüngürtel mit den innerstädtischen Grünflächen der wertvollste Schatz! Entsprechend müssen wir ihn schützen. Diese Grünflächen sind Schutzmantel und Lebensader unserer Städte. Diese Naherholungsflächen sind unsere natürlichen Klimaanlagen und sorgen für Abkühlung und Durchlüftung der Stadt.

Wenn der wertvolle Grünraum zubetoniert und die Durchlüftungskorridore verbaut werden, rauben wir uns die Luft zum Atmen. Das ist, als ob man im eigenen Zuhause alle Fenster zunageln würde Wenn der Bürgermeister am Freitag noch stolz darauf ist, dass er das Klimavolksbegehren unterschrieben hat und am Montag die weitere Zerstörung des Grüngürtels durch neue Bodenversiegelungen ankündigt, ist das zynisch.

Aus Sicht der Umweltstadträtin ist es höchste Zeit, zu lernen, auch in einer räumlichen Entwicklung neue Wege zu gehen. So wäre es dringend notwendig, sich endlich auf bereits versiegelte Flächen zu konzentrieren, Leerstände zu nutzen oder etwa Parkplätze zu überbauen. In anderen Städten gibt es schon gelungene Beispiele von „Stelzengebäuden“. Mit der Weiterentwicklung der Digitalisierung ist es auch angebracht, räumliche Distanzen neu zu denken.

Autobahnhalbanschluss bringt keine Entlastung

Verfehlt ist auch die Ankündigung, der neue Autobahnhalbanschluss würde eine Verkehrsentlastung für die Altenbergerstraße bringen. Eine zusätzliche Straße hat noch nie und nirgends zu einer Verkehrsberuhigung geführt. Eine Verkehrsberuhigung gelingt nur durch entsprechende eben verkehrsberuhigende Maßnahmen aber sicher nicht durch die Ertüchtigung von Straßen. Die Altenbergerstraße ist speziell im Bereich der Kepler Universität prädestiniert für die Ausgestaltung als Begegnungszone. Da gilt es jetzt aber möglichst rasch Pläne auf den Tisch zu legen, damit die Gestaltung der Straße spätestens mit Fertigstellung des Autobahnausbaus starten kann. 

Gleichzeitig müssen die Straßenbahnanbindung an die Universität und der öffentliche Verkehr insgesamt attraktiviert werden. Nur so können wir tatsächlich Verkehrsberuhigung erreichen. Das wäre ein Gewinn für die BewohnerInnen im Univiertel und auch für den Lebensraum Uni selbst.


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