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am 26. Juni

Hängebrücke darf keinen Freibrief bekommen: Umwidmung von Gemeinderatstagesordnung absetzen und Gestaltungsbeirat in das Projekt einbinden

Eva Schobesberger - Obwohl noch viele Fragen ungeklärt sind, steht kommenden Donnerstag die Flächen-Umwidmung für den Bau der Hängebrücke zwischen Frein- und Pöstlingberg auf der Tagesordnung. Die Umwidmung für die Hängebrücke ist der nächste zerstörerische Eingriff in städtischen Grünraum. Bis jetzt liegt kein detailliertes Projekt vor, es gibt keine vertragliche Vereinbarung zwischen Stadt und Investor.

Davon, dass alle Bedenken des Naturschutzes ausgeräumt sind, kann keine Rede sein. Ein Projekt von so einer Dimension, das derart intensiv in den städtischen Naturraum eingreift, braucht außerdem die Einbindung von Gestaltungsbeirat und städtebaulicher Kommission. Ohne alle diese Dinge bereits trotzdem jetzt die Umwidmung zu beschließen und damit einem Projekt, das erneut den Grünraum beschneidet, quasi einen Freibrief auszustellen, halte ich für unverantwortlich​​. Daher fordern wir die Absetzung dieses Tagesordnungspunktes. 

Die Klimakrise zeigt, dass mit dem städtischen Grünraum besonders sorgsam umgegangen werden muss. Das Gegenteil würde mit dem Bau einer Hängebrücke zwischen dem Freinberg und dem Tiergarten auf der Windflach erreicht, stellt das Vorhaben doch einen massiven Eingriff in den Naturraum dar. Der Bannwald sowie wichtiger Natur- und Naherholungsraum sind von der geplanten Hängebrücke betroffen und müssen unbedingt vor Verbauung geschützt werden. 

Naturschutz-Stellungnahme findet klare Worte 

Deutliche Worte hat dazu auch der Naturschutz in einer Stellungnahme gefunden: Die Auswirkungen sind aus Sicht des Natur- und Landschaftsschutzes vielfältig und sehr kritisch zu bewerten.“ Zahlreiche Beispiele werden dazu angeführt, wie etwa „dauerhafte Eingriffe in sensible Biotope“, „teilweise Rodung eines Gehölzgürtels für den Bau des neuen Eingangs“, „Hindernis für den Vogelzug“ oder „Lichtverschmutzung für Insekten, Fledermäuse“. Zu behaupten, dass alle negativen Bedenken des Naturschutzes ausgeräumt wären, ist frech. Ob die Umwidmung von der Oberbehörde grünes Licht bekommen würde, ist alles andere als klar.

Wenn es für die Brücke keinen ArchitektInnenwettbewerb mit klaren Vorgaben gibt, muss das Projekt vom Gestaltungsbeirat und der städtebaulichen Kommission begleitet werden. Es kann nicht sein, dass ein derart markantes Gebilde einfach nach Gutdünken des Investors errichtet werden darf. Da wird jede kleine Häuselbauerin strenger beurteilt.

Enormer Eingriff ins Naherholungsgebiet und massive Verkehrszunahme 

Die Eventbrücke lässt nach wie vor Sicherheitsbedenken offen. Zudem würde sie einen enormen Eingriff ins Naherholungsgebiet auf der Linzer Seite bedeuten und am Pöstlingberg zudem eine massive Verkehrszunahme und entsprechende Zusatzbelastung für die BewohnerInnen mit sich bringen. Hier hat auch eine BürgerInnen-Initiative „Pro Pöstlingberg“ ihre Bedenken klar zum Ausdruck gebracht. Diese sind ernst zu nehmen und dürfen nicht einfach vom Tisch gewischt werden.

Folgekosten nach wie vor nicht vertraglich geregelt 

Zudem sind nach wie vor nicht alle Vorbehalte des Zoos ausgeräumt. Geschweige denn gibt es einen Vertrag mit der Grundstückseigentümerin Stadt. In so einem Nutzungsvertrag müssten freilich auch sämtliche Folgekosten bis hin zum Abbruch geregelt werden. Was passiert zum Beispiel, wenn der Betreiber von dem Projekt abspringen sollte? Wer trägt dann die Kosten für den weiteren Erhalt oder den Abriss der Brücke?

Egal, wie man zu dem Vorhaben steht: Angesichts dieser vielen offenen Fragen ist es jedenfalls zu früh, die Umwidmung schon kommende Woche im Gemeinderat zu beschließen. Es käme einem Freibrief gleich, wenn die Stadt ohne die Klärung all dieser Punkte durch die Umwidmung derart in Vorlage geht. „Ich hoffe, dass sich die Vernunft durchsetzt und der Tagesordnungspunkt abgesetzt wird



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