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am 1. Oktober

Die Stadtentwicklung ist kein DKT-Spiel: Investoren-Interessen und Profitgier dürfen nicht länger im Mittelpunkt stehen

Klaus Grininger - Viele Einzelprojekte, kein Gesamtkonzept: So lässt sich die derzeitige Linzer Stadtplanungspolitik zusammenfassen. Besonders deutlich wird dieses Flickwerk in Urfahr, wo der Hochhauswildwuchs mit dem Bau des Bruckner Tower immer höhere Formen annimmt. „Die einzigen, die davon profitieren sind Investoren. Die Stadtentwicklung ist aber kein DKT-Spiel, bei dem die Profitgier im Mittelpunkt steht.

Linz ist als Wohnort derzeit gefragt wie nie. Auf die Nachfrage nur mit Hochhausplänen wie dem Bruckner Tower, dem Weinturm-Hochhaus oder dem StudentInnenheim an der Altenberger Straße zu reagieren, ist aber keine Lösung, die eine nachhaltige Stadtplanung im Sinne der BürgerInnen möglich macht. Noch dazu, wenn bei den Planungen zu wenig auf Gegebenheiten wie das umliegende Stadtviertel, genügend Grünräume, das Verkehrsaufkommen und soziale Infrastruktur Rücksicht genommen wird. Alle heute von Bürgermeister Luger und Planungsstadtrat Hein präsentierten Wohnbauprojekte haben eines gemeinsam: Dahinter stecken Investoren, soziale Wohnbauvorhaben scheinen in Urfahr nur noch eine untergeordnete Rolle zu spielen.


Kritik an Linzer Stadtplanungspolitik auch von ExpertInnen

Kritik hagelt es auch von ExpertInnen, etwa von Stadtplaner Reinhard Seiß. „Die aktuelle Stadtentwicklung von Linz ist geprägt von politischer Verantwortungslosigkeit in urbanistischer, ökologischer wie sozialer Hinsicht, zur Freude der Bau- und Finanzwirtschaft“, schrieb Seiß zuletzt in einem Kommentar für die Wiener Zeitung. Wenn der Bürgermeister und der Infrastrukturstadtrat den Investoren bereitwillig das Feld überlassen und glauben, dadurch leistbaren Wohnraum in Linz zu schaffen, dann leben sie in einem Luftschloss.

Die Erfahrungen mit vielen Hochhausprojekten zeigen außerdem, dass die Wohnungen in den Türmen für die wenigsten leistbar sind. Die Folge ist, dass SpekulantInnen zuschlagen und die Wohnungen leer stehen lassen. Die Investoren des Bruckner Tower werben sogar damit, dass sich die Wohnungen als Spekulationsobjekte eignen. 


Viele BewohnerInnen sehen Pläne kritisch

​Geholfen wird so niemandem, außer jenen, die ohnehin reich sind und auf Kosten der Allgemeinheit noch mehr Profit herausschlagen wollen. Wenig verwunderlich ist daher, dass gerade in Urfahr viele BewohnerInnen skeptisch auf die aktuellen Entwicklungen reagieren. Mittlerweile hat sich auch die BürgerInnen-Initiative „Hochhaus daneben“ gebildet, die gegen den Planungswildwuchs auftritt. Die Sorgen der Menschen müssen endlich ernst genommen werden, anstatt nur Politik auf Zuruf von Investoren zu betreiben​.


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