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am 12. September

FPÖ-Vorschlag, Sozialarbeit in Stadtwache zu integrieren, ist Verhöhnung der Probleme der Ärmsten der Gesellschaft

Alexandra Schmid, Marie Edwige Hartig - Die FPÖ will dem Ordnungsdienst erneut mehr Kompetenzen verschaffen. Diskutiert wird, dass die Stadtwache nun auch Sozialarbeit leisten soll. Zwar ist ein Ausbau von Streetwork in unserer Stadt überfällig. Dass diese Arbeit jene Organisation übernehmen soll, die den Auftrag hat BettlerInnen zu kontrollieren, ist eine Vermischung der Aufgaben und somit strikt abzulehnen.

Einmal Polizei, ein anderes Mal SozialarbeiterInnen?: Angesichts der jüngsten Vorschläge, die kommenden Montag im Sicherheitsausschuss diskutiert werden sollen, wird immer unklarer, was die Stadtwache eigentlich sein möchte. Deshalb gehören die Aufgabenbereiche klar getrennt. Alles andere käme einer Verhöhnung der Probleme der Ärmsten in unserer Gesellschaft gleich. So würde es auch der Polizei nicht einfallen, zuerst Personen wegen eines Vergehens zu strafen und sich anschließend als SozialarbeiterInnen um die Bedürfnisse dieser BürgerInnen zu kümmern. 

Schließlich funktioniert Streetwork in erster Linie über den Aufbau von Vertrauen der ExpertInnen mit den Betroffenen. SozialarbeiterInnen sind dazu da die Menschen zu unterstützen und nicht um die Ärmsten der Gesellschaft zu schikanieren und möglichst schnell aus dem Stadtbild zu entfernen.

Unbestritten ist, dass die Sozialarbeit in unserer Stadt ausgebaut werden muss. Mit dieser Aufgabe können aber nur Organisationen beauftragt werden, die hier langjährige Erfahrung vorweisen. Schließlich stehen die SozialarbeiterInnen, die auf den Straßen unterwegs sind, bereits in Kontakt mit den Personen, denen sie helfen sollen und haben in vielen Fällen bereits ein Vertrauensverhältnis aufgebaut. Bis der Ordnungsdienst diese Kompetenzen hätte, würden Jahren vergehen. 

Wenn FPÖ-Vizebürgermeister Detlef Wimmer die Wichtigkeit der Sozialarbeit auf einmal tatsächlich ein Anliegen ist, soll er sich gemeinsam mit Sozialstadträtin Karin Hörzing dafür einsetzen, dass die Streetworkarbeit in unserer Stadt ausgebaut wird. Ein weiterer wesentlicher Schritt, um die Sozialarbeit zu stärken, wäre die ursprünglich versprochenen Stadtteilzentren zu realisieren. Der jüngste FPÖ-Vorschlag ist hingegen eine populistische Maßnahme, die den Betroffenen nicht hilft und nur Verwirrung stiftet.

 


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