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am 19. September

Radverkehrsoffensive: Grüne fordern Anhebung des Budgets und machen Gefahrenstellen sichtbar

Klaus Grininger - Mit einem Kurzfilm machen die Grünen auf Gefahrenstellen im Linzer Radalltag sichtbar. Damit Radweglücken und andere Hindernisse der Vergangenheit angehören und der Radverkehr beschleunigt wird, fordern wir eine Anhebung des Radbudgets auf mindestens eine Million Euro jährlich.

RADikale Ideen fürs Radfahren in Linz

Linz hat viele Radwege und noch mehr Radweglücken. Um zügig voranzukommen, muss man einfallsreich sein... oder: Die Stadt nimmt endlich den Linzer Radwege-Fleckerlteppich unter die Lupe und startet eine Ausbau-Offensive! …

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Grüne machen Gefahrenstellen sichtbar und fordern Anhebung des Radbudgets auf mindestens eine Million Euro jährlich  

Linz hinkt bei Investitionen für den Radverkehr deutlich hinterher  
 
Linz und das Radfahren – eine schwierige Beziehung: Denn nach wie vor fristet der Radverkehr ein eher stiefmütterliches Dasein in der Verkehrspolitik. Gut ablesbar ist die Prioritätensetzung am jährlichen Budget, das für das Radfahren zur Verfügung steht. Weniger als 1,70 Euro pro LinzerIn (ohne Radabstellanlagen) wird derzeit in den Ausbau der Infrastruktur für Fahrräder investiert. Zum Vergleich: Der Stadt Salzburg ist der Radverkehr 13 Euro pro EinwohnerIn und somit beinahe acht Mal mehr wert wie in Linz. In Innsbruck möchte der Grüne Bürgermeister Georg Willi jährlich fünf Millionen in die Beschleunigung des Radverkehrs sowie in den Ausbau der Infrastruktur investieren – das wären rund 37 Euro pro EinwohnerIn.  

Wie viel Geld in die entsprechende Infrastruktur fließen soll, damit sich der Tritt in die Pedale lohnt, hat in Deutschland das Ministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur erhoben. Kommunen, die als „Einsteiger“ im Radverkehr definiert werden, sollten mindestens fünf Euro pro EinwohnerInnen und Jahr investieren. „Aufsteiger“ bewegen sich zwischen acht und zwölf Euro, „Vorreiter“ sollten zwölf Euro pro EinwohnerInnen und Jahr ausgeben.  

Angesichts dieser Empfehlungen müssen wir uns schon fragen, ob es in unserer Stadt tatsächlich mit Investitionen weit unter der EinsteigerInnenschwelle getan ist. Deshalb fordern wir, dass im Budget für das kommende Jahr mindestens fünf Euro pro EinwohnerIn für den Radverkehr reserviert werden. 

Unter dem Strich soll durch die Grüne Initiative, künftig mindestens eine Million Euro jährlich für den Ausbau der Radinfrastruktur zur Verfügung stehen. Derzeit beträgt das entsprechende Budget (ohne Radabstellanlagen) 330.000 Euro. Dass mehr Geld für eine zeitgemäße Radinfrastruktur dringend notwendig ist, zeigen viele Beispiele. Vor allem bei den Radwegen bleibt viel zu tun, um möglichst attraktive und sichere Verbindungen zu schaffen.              

Wenn der Radweg plötzlich aufhört: Grüner Film macht Gefahrenstellen sichtbar 

Nach wie vor müssen RadfahrerInnen oftmals mühsame und teilweise gefährliche Hindernisse und Umwege auf ihrem Weg durch die Stadt in Kauf nehmen. Zu den häufigsten Problemstellen zählen dabei große Radweglücken. Besonders betroffen sind davon viel befahrene Ein- und Ausfallstraßen wie die Waldeggstraße und die Unionstraße, wo es nach wie vor oftmals keine vernünftige Anbindung für den Radverkehr gibt. Auch in der Industriezeile, an der zahlreiche Arbeitsplätze zu finden sind, fehlt ein Radweg. „Gerade bei den vielbefahrenen Routen ist die Beschleunigung des Radverkehrs auf der Strecke geblieben“, zeigt Grininger das Problem auf.  

Ein zweites Problem sind Radwege, die plötzlich aufhören und in einem Gehsteig oder einer Fahrbahn enden. Dadurch kommt es auch immer wieder zu gefährlichen Situationen mit anderen VerkehrsteilnehmerInnen. Zudem leidet auch hier die Beschleunigung des Radverkehrs. Dabei ist längst bewiesen, dass schnelle und direkte Verbindungen entscheidend sind, damit mehr Menschen mit dem Bike ihre täglichen Wege erledigen und den Radverkehr dadurch ins Rollen bringen.  

Mehr als 40 Stellen im Stadtgebiet ausfindig gemacht 

In Zusammenarbeit mit der Bevölkerung haben wir mehr als 40 derartige Stellen im Stadtgebiet ausfindig gemacht, wobei es sicher noch weitere derartige Sackgassen für RadfahrerInnen gibt (mehr dazu in der beiliegenden Auflistung). Um die im Nichts endenden Radwege zu thematisieren, haben die Grünen Linz unter Regie von Gemeinderätin Sophia Hochedlinger einen Kurzfilm gedreht, der diese Gefahrenstellen sichtbar macht. Der Film soll auf humorvolle Art und Weise zeigen, wie schwierig und hindernisreich es oft ist, mit dem Rad in unserer Stadt unterwegs zu sein. Damit wollen wir die AlltagsradlerInnen ansprechen, die täglich mit fehlenden Lückenschlüssen und anderen Problemen konfrontiert sind, wenn sie in Linz in die Pedale treten.

Um das Problem der sogenannten Dead Ends im Linzer Stadtgebiet bildlich sichtbar zu machen, haben wir eine Stelle in der Museumsstraße für den Dreh ausgewählt. Die Museumsstraße haben wir deshalb ausgewählt, da diese viel befahren ist und dort ein Beispiel dafür ist, wie ein gut ausgebauter Radweg in einem Parkplatz endet.  

Der Kurzfilm, der ab sofort auf https://www.facebook.com/gruenelinz/ zu sehen ist, soll veranschaulichen, wie mühsam und teilweise gefährlich es ist, wenn ein Radweg unvermittelt endet. Mit unserem Video wollen wir einen Anstoß geben, damit die Linzer Radwege nicht länger einem Hindernisparcours gleichen.

Wie positiv sich eine gelungene Beschleunigung des Radverkehrs auswirkt, zeigt sich am Beispiel der Hasnerstraße im 16. Wiener Bezirk. Die 2,5 Kilometer lange Straße wurde zu einer fahrradfreundlichen Straße umgebaut. Seitdem ist der Anteil der Radfahrenden dort um rund ein Drittel gestiegen. „Damit zeigt sich wieder einmal, dass nicht mangelndes Interesse, sondern oft nur fehlende attraktive Verbindungen das Problem sind, warum viele BürgerInnen im Alltag nur selten in die Pedale treten.    


Radverkehrsanteil in Linz weiter auf niedrigem Niveau 

Angesichts dieser und anderer Hürden ist es nicht verwunderlich, dass das Ziel, den Radverkehrsanteil bis zum Jahr 2020 auf 15 Prozent zu steigern, in weiter Ferne liegt. Derzeit legen etwas mehr als acht Prozent der LinzerInnen ihre Alltagswege mit dem Fahrrad zurück. Zum Vergleich: In Salzburg sind 20 Prozent regelmäßig mit dem Bike unterwegs, in Innsbruck sind es 17 Prozent und Graz kommt auf 15 Prozent AlltagsradlerInnen. Ähnliche Werte zu erreichen, ist sicher auch in Linz möglich. Es mangelt bei uns sicherlich nicht an Menschen, die gerne mit dem Rad fahren, sondern an der entsprechenden Infrastruktur.

Die Unzufriedenheit der LinzerInnen mit dem Möglichkeiten per Zweirad in Linz unterwegs zu sein, hat auch in der jüngsten BürgerInnenbefragung Niederschlag gefunden. Mehr als 33 Prozent der TeilnehmerInnen zeigten sich mit der aktuellen Situation unzufrieden, in der Innenstadt waren es gar 40 Prozent, die sich ein besseres Angebot wünschen. Diese Statistik muss ein klarer Auftrag an die für die Verkehrspolitik zuständigen Personen in unserer Stadt sein.     

Schließlich ist das Bike oftmals das schnellste Verkehrsmittel, um in der Stadt von A nach B zu kommen. Ein weiterer Vorteil ist, dass durch den Tritt in die Pedale neben den Straßen und der Luft auch das Gesundheitssystem entlastet und die Wirtschaft gestärkt wird. So hat eine Studie der Wirtschaftskammer (WKO) aus dem Jahr 2014 ergeben, dass die indirekte Wertschöpfung des Radverkehrs mehr als 900 Millionen Euro pro Jahr beträgt. Dabei spielt vor allem der Gesundheitsaspekt eine Rolle. Für Kopenhagen wurde berechnet, dass jeder gefahrene Kilometer mit dem Rad 0,16 Euro indirekte Wertschöpfung für die Stadt bringt. Beim KFZ entstehen hingegen 0,09 Euro an Kosten pro gefahrenem Kilometer.
 

Radfahren ist im öffentlichen Raum zu wenig sichtbar

Dass Radfahren auf unseren Straßen und Plätzen nach wie vor nur eine untergeordnete Rolle spielt, zeigt sich nicht nur an den Gefahrenstellen. Bis heute fehlt es an Bemühungen, um das Radfahren im öffentlichen Raum sichtbar zu machen. So wird etwa bei der Gestaltung von Plätzen und Straßen auf die Bedürfnisse der RadfahrerInnen zu wenig Rücksicht genommen. Das fängt bei genügend modernen Abstellanlagen an und endet bei gut ausgebauten und sicheren Radwegen.

Radfahren im Alltag mehr Stellenwert und Präsenz einzuräumen, ist gleichzeitig eine wichtige Maßnahme, um mehr Personen zum Umstieg zu bewegen. Gerade jungen Menschen könnte das Fahrrad als attraktives Alltagsverkehrsmittel noch schmackhafter gemacht werden.


  


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