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am 30. Juni 2014

Preisträgerinnen 2014

Eva Schobesberger - Feierliche Preisverleihung des vierten Gabriele-Heidecker-Frauenkunstpreises an Linzer Künstlerinnenerduo Veronika Krenn und Vesela Mihaylova sowie Elisabeth Kramer.

Gabriele Heidecker Preis 2014
Die Preisträgerinnen 2014 Elisabeth Kramer, Vesela Mihaylova, Veronika Krenn, Preisstifterin Eva Schobesberger sowie Jurymitglied Renate Herter.

In Erinnerung an die Linzer Architektin und Künstlerin Gabriele Heidecker vergaben die Grünen Linz zum vierten Mal den „Gabriele-Heidecker- Frauenkunstpreis“. Der von Iris Christine Aue gestaltete Frauenkunstpreis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird von Eva Schobesberger gestiftet.

Anders als in den letzten Jahren wurden heuer erstmals zwei Gewinner-Projekte für den Gabriele- Heidecker-Preis 2014 ausgezeichnet:

Die Linzer Künstlerinnen Veronika Krenn und Vesela Mihaylova konnten die Jury mit ihrem Projekt „Taste of Data“ überzeugen: Dabei vereinten die Künstlerinnen Kochen mit Statistik: Traditionelle Rezepte wurden mit Datensätzen kombiniert, indem die Menge der Zutaten mit den Datensätzen kombiniert wurden. So entstand beispielsweise ihr Projekt „Linzer Torten Diagramm“, in dem statistische Daten über die Lebenssituation von Frauen in Linz für die Rezepte der Linzer Torten neu berechnet wurden. Anschließend wurden die Torten öffentlich verkostet. „Die Künstlerinnen setzen so eine experimentelle Form der Datenvisualisierung um und schaffen es dabei, Geschlechterverhältnisse zu thematisieren und diese im öffentlichen Raum mit Teilnahme des Publikums zu performen“, so die Jury.

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Ebenfalls ausgezeichnet wird die in Linz lebende Künstlerin Elisabeth Kramer, die unter dem Arbeitstitel „loslösen, bewegen, festhalten“ ein „Betrachtungsgerät“ auf dem ehemaligen Gelände des Linzer Frauenspitals realisiert hat. Dabei handelt es sich um ein Fernrohr, Passanten können beim Blick durch das Betrachtungsgerät Worte, Sätze und Daten zur Geschichte des Ortes sehen. Text-Spots verweisen auf die Bedeutung der Frauenspitäler mit dem Fokus auf den Nationalsozialismus und den in dieser Zeit vorgenommenen Zwangssterilisationen und Schwangerschaftsabbrüchen ohne Einwilligung der Betroffenen. „Elisabeth Kramer gelingt es dadurch, Geschehnisse der Vergangenheit zur Neubewertung in die Gegenwart zu holen, einen unsichtbar gewordenen Ort – die ehemalige Landesfrauenklinik Linz – wahrnehmbar zu machen und ihm (Erinnerungs-)Raum zu geben. Das Kunstprojekt öffnet ein Zeitfenster und lässt Verdrängtes sichtbar werden“, so Jurymitglied Renate Herter, die heute persönlich die Laudatio hielt.

Weitere Informationen:

Die feierliche Preisverleihung fand im Rahmen eines Grünen Sommerfests im afo architekturforum oberösterreich statt. „Ich freue mich, heuer zum vierten Mal den Gabriele Heidecker Preis zu verleihen. Gabriele Heidecker war eine energievolle, vielseitige und großartige Frau, die sich immer ganz besonders für Frauen und Geschlechtergerechtigkeit einsetzte. Ich bedanke mich beim afo architekturforum oö für die Durchführung der heutigen Veranstaltung und allen Jury-Mitgliedern für ihre wertvolle Arbeit – es freut mich sehr, dass wir heuer nicht nur ein, sondern gleich zwei ganz bemerkenswerte Kunstprojekte auszeichnen können, die Gabriele Heidecker in ihren künstlerischen Schaffen ganz nahe stehen“, so die Preisstifterin Eva Schobesberger.

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