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Donnerstag

Linz soll Klimahauptstadt Europas werden

Eva Schobesberger - Die Linzer Umweltstadträtin präsentiert ihr Konzept für eine umfassende Klimastrategie für die Stadt.

Der heurige Hitzesommer hat uns wieder eines vor Augen geführt: Es brennt der Hut, die Klimakrise wird von Jahr zu Jahr stärker bemerkbar. Speziell für Städte ist das Auftreten von Hitzewellen mit heißen Tagen und Tropennächten eine besondere Herausforderung. Ohne diesen zu begegnen, verlieren Städte - und damit auch Linz - zunehmend an Lebensqualität. Wir haben also dringenden Handlungsbedarf!

Sofortmaßnahmen aus dem Umwelt-Ressort bereits im September-Gemeinderat

​Zukunftsweisende Klimamaßnahmen sollen bereits in der kommenden Gemeinderatssitzung am 26. September beschlossen werden. Die vom Umweltmanagement der Stadt Linz bei der Firma Weatherpark in Auftrag gegebene Erhebung der Stadtklimainformationen liegen nun vor. Der Autor der Studie, Simon Tschannett, präsentiert nun im Umweltausschuss die Ergebnisse, die auch in einen Gemeinderatsantrag eingeflossen sind, der in zwei Wochen beschlossen werden soll. 

Der Antrag sieht vor, dass sich der Gemeinderat zu den Ergebnissen bekennt. Zudem sollen durch den Gemeinderatsbeschluss zwei konkrete Vorschläge sofort in die Wege geleitet werden. Diese beiden Maßnahmen deshalb, weil sie die wesentliche Grundlage für eine sinnvolle Klimaarbeit der Stadt sind. Konkret sind das die Erstellung einer detaillierten Stadtklimaanalyse und die Einstellung eines Stadtklimatologen oder einer Stadtklimatologin für die Stadt Linz. 

Diese beiden Maßnahmen sind die Grundvoraussetzung für alle weiteren Schritte gegen die Überhitzung der Stadt. Unsere Sommer werden immer heißer. Daher dürfen wir keine Zeit mehr verlieren.Das kann aber nur der Anfang sein, um Linz beim Klimaschutz auf die Überholspur zu bringen. Deshalb hat Umweltstadträtin Schobesberger darauf aufbauend ein Konzept für eine umfassende Klimastrategie ausgearbeitet. Ziel der im Folgenden angeführten Maßnahmen soll sein, dass Linz alle Voraussetzungen erfüllt, um sich bis spätestens 2025 um den Titel „Grüne Hauptstadt Europas“ bewerben zu können. 

Das Klimastrategie-Konzept im Detail Linz wird die Klimahauptstadt Europas

Linz soll zur führenden Klimastadt werden. Um dieses ambitionierte Vorhaben in die Tat umzusetzen, sind jetzt Visionen, Engagement und Leidenschaft notwendig. Darüber hinaus braucht es konsequentes, strategisches Handeln – wie es das städtische Umweltressort bereits vormacht – in allen Bereichen auf allen Ebenen.  

Das übergeordnete Ziel lautet: Linz wird „Grüne Hauptstadt Europas“. Unser Handeln ist so beispielgebend, dass ganz Europa auf Linz blickt und unsere Klimastrategie zum Vorbild nimmt. Deshalb holen wir uns auch offiziell den Titel der „European Green Capital“ der EU und bewerben uns bis spätestens 2025 um diese Auszeichnung der Europäischen Union.  

Linz soll zur führenden Klimastadt werden. Um dieses ambitionierte Vorhaben in die Tat umzusetzen, sind jetzt Visionen, Engagement und Leidenschaft notwendig. "
Eva Schobesberger, Linzer Umweltstadträtin​


Bewerbung zur European Green Capital

Von der Stahlstadt zur Kulturhauptstadt zur Grünen Hauptstadt Europas: Die Bewerbung zur Kulturhauptstadt hat in Linz Kräfte freigesetzt, vieles bewegt und war breit getragen. So viel Engagement, gemeinsame Anstrengung und Beteiligung ist auch für den Schritt zur Klimastadt notwendig. Ähnlich wie die deutsche Ruhrmetropole Essen, die 2010 Kulturhauptstadt war und 2017 als  „Grüne Hauptstadt Europas“ ausgezeichnet wurde, soll Linz eine Bewerbung zur  „European Green Capital“ bis 2025 anstreben. Dieser Titel wird jährlich von der Europäischen Kommission an eine Stadt verliehen. https://ec.europa.eu/environment/europeangreencapital/index_en.htm

Im Zuge Einreichung müssen konkrete Strategien zu Themenfeldern wie Klimawandel, Nahverkehr, städtische Grünflächen, Biodiversität, Luftqualität, akustische Umgebung, Abfallmanagement, Wasser- und Abwasserwirtschaft, ökologische Innovationen, Energieeffizienz und Umweltmanagement vorgelegt werden. Um diese Strategien erfolgreich auszuarbeiten, damit Linz nicht nur Stahl- und Kulturhauptstadt sondern Klimahauptstadt Europas wird, ist eine systematische Herangehensweise nötig, die verbindlich koordiniert werden muss. 


Stadträtin Schobesberger präsentierte ihr Klimakonzept.
GRÜNDUNG EINES KLIMAKABINETTS

Dazu wird ein städtisches Klimakabinett eingerichtet. Diesem gehören an: der Bürgermeister, die Stadtsenatsmitglieder, die klimarelevante Zuständigkeiten haben (Infrastruktur, Wirtschaft, Personal, Umwelt- und Naturschutz), die Geschäftsbereichsdirektoren der Stadt, die klimarelevante Bereiche leiten. Ebenfalls Teil des Kabinettes sind der Vorstand der Linz AG, die Geschäftsführung der GWG, der städtischen Immobiliengesellschaft (ILG), sowie des AEC. Dieses Gremium tagt mindestens zwei Mal jährlich und dient der Lenkung und Priorisierung der Aufgaben. Zudem soll durch das Klimakabinett sichergestellt werden, dass alle Bereiche systematisch an einem Strang ziehen und Doppelgleisigkeiten vermieden werden. 

MITEINBEZIEHUNG DER BEVÖLKERUNG

Eine gemeinsame Strategie kann natürlich nur funktionieren, wenn sie möglichst breit getragen wird. Als Startpunkt für einen gemeinsamen Prozess kann eine Klima-Enquete zu Beginn des Jahres 2020 dienen. Es sollen die wichtigsten Stakeholdergruppen und institutionellen PartnerInnen der Stadt (Linzer Universitäten, Umwelt- und Naturschutzvereine, etc. ) Unternehmen, Wirtschaftstreibende und BewohnerInnen aktiv zur Teilnahme eingeladen werden. Auch wenn die Stadtpolitik die Zielvorgaben und die Priorisierung festlegen muss (Klimakabinett), bedarf es für eine aktive Klimaschutzpolitik  einer wertschätzenden Zusammenarbeit vieler verschiedener Gruppen.

KLIMA-BEIRAT: BEGLEITENDE BERATUNG DER STÄDTISCHEN ENTSCHEIDUNGSTRÄGERINNEN DURCH EXPERTINNEN

Ähnlich wie andere Beiräte, wie z.B. der Stadtkulturbeirat, soll ein Klimabeirat der Stadt beratend zur Seite stehen und Projekte unterstützen und koordinieren. Über solch einen Beirat sollen „Best-Practice-Beispiel“ aus anderen Stäten nach Linz hereingeholt werden. Zusätzlich soll der Beirat EntscheidungsträgerInnen mit wissenschaftlicher bzw. fachlicher Expertise unterstützen.  

DIE ZWEI WESENTLICHEN HANDLUNGSFELDER DER KLIMASTADT: 

Konsequente, umfassende Klimaarbeit besteht aus zwei Handlungssträngen: Einerseits den Klimaschutz, andererseits Aktionspläne gegen die Auswirkungen der Klimakrise. Die Stadt Linz muss daher ihren Beitrag zur Senkungen der CO2-Emissionen leisten, weshalb so ehrgeizig wie möglich daran gearbeitet werden muss, die kommunalen Treibhaus­gas­emissionen so schnell es geht, zu reduzieren und langfristig zu beseitigen. Parallel dazu ist es aber auch notwendig, Aktionspläne gegen die bereits eingetretenen und unabwendbaren Folgen vor der Klimakrise zu entwickeln – etwa um die BürgerInnen bestmöglich vor der Auswirkung der Sommerhitze zu schützen.  

KLIMASCHUTZ: SENKUNG DER TREIBHAUSGAS-EMISSIONEN

Die größten Aktionsfelder liegen dabei im Mobilitäts- und Energiebereich. Allen voran beim Ausbau des öffentlichen Verkehrs sowie der Radinfrastruktur und einer Etablierung der Stadt der kurzen Wege. Eine wirkungsvolle, seit Jahren erfolgreich etablierte Maßnahme ist dabei das Linzer Umweltticket. Durch die Vergünstigung der Öffi-Jahreskarte auf 285 Euro hat sich die Zahl der LinzerInnen, die dieses Angebot nutzen, beinahe verdreifacht. Weitere wichtige Schritte sind der Ausbau der städtischen Umwelt- und Klimaförderungen, sowie die Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung voranzutreiben. Viele Handlungsmöglichkeiten hat die Stadt aber auch durch die Förderpolitik und bei der eigenen Beschaffung.  

AKTIONSPLÄNE GEGEN AUSWIRKUNGEN DER KLIMAKRISE

Nur durch eine  Begrenzung des CO2-Ausstoßes sind die Folgen der Klimakrise bewältigbar. Parallel dazu ist es aber auch notwendig, Aktionspläne gegen die bereits eingetretenen und unabwendbaren Folgen vor der Klimakrise zu entwickeln – etwa um die BürgerInnen bestmöglich vor der Auswirkung der Sommerhitze zu schützen. 

Hier helfen Maßnahmen wie ein Baumpflanzkonzept sowie  mehr Fassaden- und Dachbegrünungen. Parallel dazu braucht es etwa auch den Ausbau von Hochwasserschutzmaßnahmen, um den Auswirkungen von immer extremeren Wettereignissen vorzubeugen. Aktuelles Beispiel sind die Maßnahmen am Haselbach. 

Nur durch eine Begrenzung des CO- Ausstoßes sind die Folgen der Klimakrise bewältigbar.
Eva Schobesberger, Umweltstadträtin​ ​ 

ÜBERGEORDNETER QUERSCHNITTSBEREICH

Eine ganz zentrale Bedeutung hat Grün in der Stadt: Sowohl, wenn es um den Klimaschutz geht, als auch im Rahmen von Aktionsplänen gegen die Hitze. Pflanzen nehmen COauf. Gleichzeitig fungieren sie als natürliche Klimaanlagen und kühlen unsere Städte deutlich ab. Deshalb muss bestehendes Grün geschützt und neues gepflanzt werden. Ebenfalls in die Kategorie des Querschnittsbereiches fällt der Klimacheck. Das bedeutet, dass sämtliche Maßnahmen, die die Stadt setzt, vor ihrer Umsetzung auf ihre Klimaverträglichkeit geprüft werden. 




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