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am 7. März

Internationaler Frauentag ist angesichts politischer Machtverhältnisse wichtig wie lange nicht

Eva Schobesberger - Nach wie vor ist die Gleichstellung von Frauen und Männern in unserer Gesellschaft nicht in der Realität angekommen. Dass in Fragen der Geschlechtergerechtigkeit noch genug zu tun bleibt und es angesichts der momentanen politischen Machtverhältnisse Zeit ist, aufzustehen und sich zu wehren, zeigen auch zahlreiche Veranstaltungen am morgigen internationalen Frauentag auf.

Angesichts der frauenpolitischen Rückschritte unter den schwarz-blauen Regierungen in Bund und Land sind Aktionen und Veranstaltungen am internationalen Frauentag wichtig wie lange nicht mehr. ​​Schließlich haben die vergangenen Monate sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene deutlich gezeigt, dass ÖVP und FPÖ der Stärkung der Frauenrechte und der Förderung der Geschlechtergerechtigkeit eine klare Absage erteilen.​

Wie sonst ist es zu erklären, dass wir eine Frauenministerin haben, die sich nicht mit den Forderungen des so wichtigen Frauenvolksbegehren 2.0 solidarisch zeigt und sich weigert, dieses zu unterschreiben. Diese Haltung ist ein Schlag ins Gesicht für alle Frauen, die nach wie vor Benachteiligungen im Alltag erfahren, nur weil sie eben Frauen sind. Selbst wenn man nicht mit allen Forderungen zu 100 Prozent einverstanden ist – ein Volksbegehren bedeutet ja nicht mehr, als dass die formulierten Forderungen im Parlament diskutiert werden sollen.

Rückschritte auch auf Landesebene

Auch auf Landesebene ist unter Schwarz-Blau die Frauenpolitik der vergangenen Monate an Rückschrittlichkeit kaum noch zu überbieten. Die Einführung der Nachmittagsgebühren bedeuten einen massiven Rückschritt der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Davon besonders betroffen sind Alleinerzieherinnen. Insgesamt wird so Frauen vermittelt wird, dass es offensichtlich nicht erwünscht ist, wenn sie ganztägig arbeiten gehen.

Dass ÖVP und FPÖ die Wünsche und Sorgen von Frauen generell unwichtig zu sein scheinen, haben sie mit der Einstellung der Förderungen für die Frauenberatungszentren FIFTITU%, maiz und Arge Sie deutlich gezeigt. Die Auswirkung des 100-Prozent-Förderungsstopps auf Kosten der Frauen ist, dass die Vereine ihre Leistungen nicht mehr wie bisher anbieten können. Die Leidtragenden dieser Maßnahme sind alle Frauen, die eine Beratung oder Hilfe in einer schwierigen Lebenslage brauchen. Sie werden nun im Regen stehen und mit ihren Problemen alleine gelassen. Damit wird auch der soziale Zusammenhalt in unserer Gesellschaft neuerlich geschwächt.

Vielfältige Veranstaltungen zur Stärkung der Frauenrechte

Umso wichtiger ist es daher, Zeichen zu setzen. Die Initiative „Feminismus und Krawall“ organisiert am morgigen internationalen Frauentag eine Protestveranstaltung, die um 15.30 Uhr mit dem Unterschreiben des Frauenvolksbegehrens auf dem AEC-Platz beginnt. Um 17 Uhr folgt dann ein bunter, kreativer Demonstrationszug durch die Stadt. Diese Veranstaltung ist ein starkes Signal für Gleichstellung und Selbstbestimmung.

Ein Beitrag, um die Leistungen von Frauen in den Mittelpunkt zu rücken, ist auch der von Schobesberger initiierte Frauenpreis der Stadt Linz, der morgen im Rahmen des „talk of fem“ um 19 Uhr im Alten Rathaus verliehen wird. Die Auszeichnung geht heuer an B-Girl Circle, ein Projekt von SILK Fluegge, das sich dafür einsetzt, weiblichen Jugendliche für Breakdance zu begeistern. Ich freue mich schon auf die Verleihung. Die Vergabe des Frauenpreises bringt die Wertschätzung für diese Arbeit zum Ausdruck.    

   

 


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