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am 28. November

Digitale Infotafeln in der Innenstadt dienen lediglich als Werbeflächen, die auch städtischen Betrieben schaden

Bernhard Seeber - Befremden lösen die neuen digitalen Infoscreens in der Innenstadt aus. So dienen die Tafeln lediglich als Werbeflächen, die angekündigten Informationen – etwa über Veranstaltungen – sind nicht zu sehen. Noch dazu schrecken die Verantwortlichen nicht zurück, auf den Bildschirmen auch Angebote des Onlinehändlers Amazon zu bewerben und damit den InnenstadthändlerInnen zu schaden.

Einkaufen, aber bitte nicht bei unseren Geschäftsleuten, scheint hier das Motto zu sein. Eine Förderung und Attraktivierung des Linzer Wirtschaftsstandortes sieht jedenfalls anders aus​. Dabei hat sich die Stadt Linz mit insgesamt 90.000 Euro  heuer und im vergangenen Jahr an einer Werbekampagne unter dem Motto „Der größte Offline-Shop des Landes“ beteiligt, mit der die Attraktivität der Innenstadtbetriebe in den Mittelpunkt gerückt werden sollte. 

Nun werden die Bemühungen, das Rückgrat des stationären Linzer Handels zu stärken, konterkariert. Die BetreiberInnen der Innenstadtgeschäfte dürfen nun vor den Portalen ihrer Betriebe Werbung für Online-Riesen und somit die direkte Konkurrenz betrachten. Das ist als ob Linzer WirtInnen vor ihren Lokalen Werbung für Fastfood-Ketten machen würden. 

Grundsätzlich ist die Errichtung der Infoscreens unter anderen Voraussetzungen angekündigt worden. Vereinbart war, dass die Bildschirme auch als Flächen, auf denen die Stadt Informationen präsentieren kann, zur Verfügung stehen. Derzeit ist aber lediglich Werbung, die teilweise den eigenen Innenstadtbetrieben schadet, zu sehen. Diese Praxis entspricht nicht den Ankündigungen und gehört umgehend geändert.

Ohnehin ist die Errichtung der Infoscreens von Ungereimtheiten überschattet worden. So ist die Firma, die für die Schaltung der Anzeigen verantwortlich ist, im SPÖ-Umfeld zu Hause. Ausschreibung, welches Unternehmen zum Zug kommt, hat es ebenfalls keine gegeben, dabei gäbe es genügend leistungsfähige und regionale AnbieterInnen. 


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