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am 8. January

Pläne für dauerhaftes Gedenken an NS-Opfer im öf­fent­lichen Raum nehmen Form an

Helge Langer - Die Stadt Linz hat in der Vergangenheit viel dafür getan, um ihre nationalsozialistische Vergangenheit aufzuarbeiten. Ein dauerhaftes Gedenkprojekt im öffentlichen Raum fehlt bislang aber. Daher haben die Grünen im vergangenen Oktober einen entsprechenden Antrag gestellt. Nach monatelangem Gezerre nimmt ein individualisiertes Gedenken nun doch Formen an.

In unserem Gemeinderatsantrag haben wir ein individualisiertes Gedenken an die NS-Opfer im öffentlichen Raum gefordert. Völlig unverständlich ist, dass im vergangenen Oktober sogar eine Diskussion darüber im Kulturausschuss verhindert wurde. Dieses nicht nachvollziehbare Verhalten insbesondere auch des Bürgermeisters hat dazu geführt, dass eine breite, überparteiliche Plattform, der namhafte Persönlichkeiten – darunter auch bekannte HistorikerInnen angehören – für ein dauerhaftes Gedenkprojekt in Linz entstanden ist (www.stolpersteine-linz.at). 

Der gemeinsame Einsatz macht sich nun bezahlt: So ist die Konzipierung eines dauerhaften Erinnerungsprojektes am Donnerstag Thema im Stadtsenat. Umso erfreulicher ist es, dass ein individualisiertes Gedenken an die Opfer jetzt doch Form annimmt. Der Bürgermeister hätte der Stadt das unwürdige Gezerre der vergangenen Monate aber ersparen können​​​.

Wettbewerb soll ausgeschrieben werden 

Für die Umsetzung eines Gedenkprojektes soll – eine Mehrheit im Stadtsenat bzw. im Gemeinderat vorausgesetzt –  ein nationaler geladener Wettbewerb ausgeschrieben werden. Geplant ist, dass eine Jury, der unter anderem die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde, Charlotte Herman, angehört, unter den eingereichten Vorschlägen ein Projekt auswählt, das verwirklicht werden soll. Wenn die Stadt die Schreckenstaten während der NS-Herrschaft im öffentlichen Raum sichtbar macht, leistet sie einen entscheidenden Beitrag, dass die Gräueltaten und die Opfer nicht in Vergessenheit geraten.

Mit Projekten wie „In Situ“ im Kulturhauptstadtjahr 2009 und der Hörausstellung „Dazwischen“ hat die Stadt schon viel getan, um über die dunkelsten Stunden in unserer Geschichte zu informieren. Mit einem dauerhaften und individualisierten Gedenkprojekt im öffentlichen Raum soll nun der nächste Schritt gesetzt werden. Es ist erfreulich, dass die Stadt diese Lücke jetzt schließen möchte und nun auch der Bürgermeister die Wichtigkeit einer gelebten Erinnerungskultur erkannt hat.



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