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am 30. January

Burschenbundball: JKU-Rektorat tanzt Rechtswalzer nicht mehr mit – Landeshauptmann muss diesem Beispiel folgen

Sophia Hochedlinger, Helge Langer - Nach dem Akademikerball in Wien laden diesen Samstag nun auch in Linz Burschenschaften vom äußersten rechten Rand zum Vernetzungstreffen mit dem wirtschaftlichen und politischen Establishment.

Dass die deutschnationalen Burschenschaften immer mehr Teil der gesellschaftlichen Mitte werden, ist besorgniserregend. Immerhin tanzt das Rektorat der Johannes Kepler Universität (JKU) den Rechtswalzer heuer nicht mehr mit. Diesem Beispiel sollte auch Landeshauptmann Stelzer folgen, der nach wie vor den Ehrenschutz übernimmt.

Wie sehr rechte Burschenschaften in den verschiedensten gesellschaftlichen Schichten angekommen sind, hat sich vor zweieinhalb Wochen gezeigt: Auslöser war das Inserat des AbsolventInnenklubs der JKU in der Broschüre für den Burschenbundball. „Wenn alle untreu werden, so bleiben wir doch treu“, lautet die Auftaktzeile des deutschen Volks- und Studentenlieds von 1814, das die SS in der NS-Zeit als Treuelied verwendet hat. Im SS-Liederbuch war es neben dem „Deutschlandlied“ und dem „Horst-Wessel-Lied“ an dritter Stelle angeführt. Die Kepler Society hat in dem Inserat den zweiten Teil des Satzes „ ... so bleiben wir doch treu“ verwendet.   

Nachdem Rektor Lukas damals umgehend Konsequenzen gezogen hat, werden er und seine RektoratskollegInnen heuer auch dem rechten Vernetzungstreffen fernbleiben. „Das gilt hingegen nicht für hochrangige Vertreter der ÖVP, die offenbar weiter auf dem rechten Auge blind sind, nicht wahrnehmen wollen, mit wem sie sich auf Bundes- und Landesebene politisch eingelassen haben und die wiederkehrenden ‚Einzelfälle’ von FPÖ-Politikerin und Burschenschaftern oft schweigend zur Kenntnis nehmen.  

Breite Initiative gegen Rechtsextremismus 

Deutliche Worte findet hingegen der jüngste Bericht des Verfassungsschutzes, in dem rechtsextreme Aktivitäten als „demokratiegefährdende Tatsache“ genannt wird. So weist Oberösterreich seit Jahren die meisten rechtsextremen Straftaten aller Bundesländer auf. Alleine im Jahr 2017 sind 192 derartige Vorfälle bekannt geworden. 91 Prominente aus Politik, Kultur, Wirtschaft, Wissenschaft fordern nun in einem offenen Brief – initiiert vom Mauthausen Komitee Österreich und dem OÖ.Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus – Landeshauptmann Stelzer auf, für eine wirksame Bekämpfung rechtsextremer Aktivitäten und Straftaten zu sorgen. Den Ehrenschutz beim Burschenbundball zurückzulegen und auf den Rechtswalzer sowohl auf dem Tanz- als auch auf dem politischen Parkett zu verzichten, wäre dabei ein längst fälliger Anfang.

Demonstration vom Bündnis „Linz gegen Rechts“ am 2. Februar

Das Bündnis „Linz gegen Rechts“, dem mehr als 60 Organisationen angehören, lädt am Samstag, 2. Februar, unter dem Titel „Champagner für euch, 12 Stunden-Tag für uns?!“ zur Demonstration gegen den Burschenbundball bzw. gegen die schwarz-blaue Regierung. Treffpunkt für die Demonstration ist um 16.30 Uhr auf dem Linzer Pfarrplatz.       



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