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Gabriele-Heidecker-Preis

Gabriele-Heidecker-Preis

Frauen-Kunstpreis der Grünen Linz in Erinnerung an die Linzer Architektin und Künstlerin Gabriele Heidecker.

 

AUSSCHREIBUNG 2021

In Erinnerung an die Linzer Architektin und Künstlerin Gabriele Heidecker vergeben
die Grünen Linz an herausragende Künstlerinnen und Künstlerinnenkollektive mit
Linz-Bezug den Gabriele-Heidecker-Preis. Der Frauen-Kunstpreis der Grünen Linz wird seit 2017
biennal vergeben, ist mit 10.000 Euro dotiert und wird von Eva Schobesberger​ gestiftet.

Inhaltliche Ausrichtung des Gabriele-Heidecker-Preises

Der Gabriele-Heidecker-Preis ist ein Frauen-Kunstpreis, der jene Künstlerinnen auszeichnen und fördern soll, deren Arbeiten durch ihre Auseinandersetzung mit dem öffentlichen Raum, durch ihre gesellschaftspolitische Relevanz, durch partizipative und kommunikative Aspekte sowie durch ihre frauenpolitische und feministische Ausrichtung mit der Intention von Gabriele Heideckers Wirken korrespondieren. Ausgezeichnet werden Künstlerinnen bzw. Künstlerinnenkollektive mit Linz-Bezug sowohl für ein bereits realisiertes Projekt oder für laufende künstlerische und kulturelle Arbeiten.

Jurybesetzung 2021

​​Die Jury setzt sich aus unabhängigen Expertinnen zusammen, Preisstifterin Eva Schobesberger ist beratendes Mitglied der Jury:

Eva Blimlinger, Kunst- und Kultursprecherin der Grünen und bis 2019 Rektorin der Akademie der bildenden Künste Wien
Eva Schlegel, Wiener Künstlerin und bis 2018 Universitätsratsvorsitzende der Kunstuniversität Linz
Marty Huber, Aktivistin und Performancetheoretikerin 
Margit Greinöcker, Linzer Künstlerin und Architektin



Dotierung, Präsentation und Preisverleihung

​Der Preis ist mit 10.000,- Euro dotiert und wird an max. 2 Bewerbungen bzw. Nominierungen vergeben. Die feierliche Preisverleihung findet Ende Juni statt.


Linz-Bezug

Der Preis ergeht an Künstlerinnen, die durch Wohnsitz, Atelier oder ihr künstlerisches/kulturelles Schaffen in besonderer Weise der Stadt Linz verbunden sind.


Bewerbung oder Nominierung

​Es ist sowohl eine Bewerbung als auch eine Nominierung aus allen künstlerischen Sparten im Sinne der inhaltlichen Ausrichtung des Preises möglich, d.h. Künstlerinnen können als Einzelperson oder als Künstlerinnenkollektiv einreichen oder von anderen
Personen für den Preis nominiert werden.


Einreichkriterien:

​Alle Einreichunterlagen müssen bis spätestens 28. Februar 2021 in digitaler Form via Email an: linz@gruene.at​ einlangen. Alle Einreichungen werden mit einer Einreichbestätigung beantwortet.


Die Unterlagen zur Einreichung müssen umfassen:


​• Infoblatt zur Einreichung mit Titel und Kurzfassung (siehe Downloadbox)

​• Projektdokumentation mit Darstellung der Inhalte und Ziele (max. drei A4-Seiten)

​• Kurzer Überblick über bisherige künstlerische Aktivitäten (Kurzbiographie, Werkverzeichnis, Referenzen) ​


Zum künstlerischen Schaffen Gabriele Heideckers


Im Mittelpunkt von Gabriele Heideckers Arbeiten stand der Raum – im Besonderen der öffentliche Raum – als kulturelle Konfiguration sozialer Beziehungen. Dabei war es der initiativen Architektin ein besonderes Anliegen auf eine geschlechterspezifische und barrierefreie Gestaltung und Nutzung des öffentlichen Raumes aufmerksam zu machen. Gleichzeitig setzte sie durch Lehraufträge an der Kunstuniversität Impulse in der Architekturdidaktik. Für Gabriele Heidecker war Raum mehr als die uns umgebenden Wände.
Für Gabriele Heidecker entstand Raum erst mit und in der individuellen Wahrnehmung und war untrennbar mit dem menschlichen Handeln verbunden. Für sie gab es keinen gemeinsamen und für alle verbindlichen Raum. Raum war für sie von der persönlichen Wahrnehmung beeinflusst, die wiederum von der Form und Gestaltung des Raumes beeinflusst war. Diese von Gabriele Heidecker ständig wahrgenommene Kommunikation des Innenraumes mit dem Außenraum befähigte sie zum Querdenken und Querhandeln. Dabei war sie stets eine energievolle Künstlerin, die sich für Frauenrechte und Geschlechtergerechtigkeit einzusetzen vermochte.


​​Ein Portrait in memoriam Gabriele Heidecker gibt es zum Nachhören ​hier ​​auf ​​SPACEfemFM​​​​.


GEWINNERINNEN 2019

Im Rahmen der Jurysitzung am 15. März 2019 im afo - architekturforum oberösterreich wurde von den Jurorinnen - der Rektorin der Akademie der bildenden Künste Wien Eva Blimlinger,  der Künstlerin und Gabriele Heidecker Preisträgerin 2013 Margit Greinöcker, der Künstlerin Eva Schlegel sowie als beratendes Mitglied die Preisstifterin Eva Schobesberger – die Gewinnerinnen mit einstimmigem Beschluss aus insgesamt 49 Einreichungen ermittelt. Die hohe Zahl der qualitätsvollen Einreichungen  - seien es abgeschlossene Arbeiten oder auch erst umzusetzende Projekte – mit unterschiedlichen künstlerischen Zugängen zeigt die Notwendigkeit von Preisen und insbesondere auch Förderung von Künstlerinnen.

Der Gabriele Heidecker Preis 2019 wird dieses Jahr an Romana Hagyo und Silke Maier-Gamauf für das begonnene und laufende Projekt Straßenballade sowie an starsky für globale empathie - smash patriarchy (projektionsguerilla | textintervention von starsky | weltfrauentag 2018 | hauptplatz linz) zu gleichen Teilen vergeben.​ ​


STRASSENBALLADE

Romana Hagyo und Silke Maier-Gamauf


Der Titel des Projektes bezieht sich auf den Text und den gleichnamigen Gedichtband Straßenballade (1996) der Schriftstellerin Henriette Haill (1904-1996). Das fortlaufende Projekt macht Straßen zum Thema, die nach Frauen* benannt sind. Das Benennen von Straßen ist eine von vielen Möglichkeiten, den Leistungen von Frauen* Anerkennung zukommen zu lassen und deren Sichtbarkeit im öffentlichen Raum zu erhöhen. Wessen Leistungen im öffentlichen Raum sichtbar gemacht werden, ist abhängig von Geschlecht*, Herkunft, Klasse und anderem. Öffentlicher Raum fungiert als sozialer Raum und wird auch durch Mechanismen der Sichtbarkeit geprägt. Dieses Portfolio zeigt unsere Fotografien des Henriette-Haill-Wegs und des Heidecker-Wegs in Linz Pichling, die Arbeit wurde in der Ausstellung Zurücklassen – Aufgreifen – Aneignen im architekturforum oö 2018 gezeigt. Nachdem im Jahr 2011 eine Initiative zur Benennung eines neues Parks nach der Autorin Henriette Haill in zentraler Lage (zwischen Landstraße und Hessenplatz in Linz) abgelehnt worden war, wurde in der Folge ein Weg in Pichling (am Linzer Stadtrand) nach der Schriftstellerin benannt. In unmittelbarer Nähe dort befindet sich der Heidecker-Weg. Begonnen wurde das fortlaufende Projekt „Straßenballade“ mit einer Arbeit zur Ada-Lovelace-Straße in der Seestadt Aspern (gezeigt in der Notgalerie Wien und im Architekturforum Oberösterreich, 2018).

https://hagyo-maiergamauf.org​ 




 

globale empathie - smash patriarchy

projektionsguerilla | textintervention von starsky | weltfrauentag 2018 | hauptplatz linz

Die Projektionsguerilla betrachtet sich selbst als die schnelle Eingreiftruppe für politische Schönheit, die immer dann in Erscheinung tritt, wenn gesellschaftliche Situation oder politische Lage es erfordernFlüchtige, provokante Texte aus Licht werden in den Stadtraum, auf Architektur, Menschen, Objekte, an die Orte der Macht und der Kapitalation projiziert. Als Demonstration, als Akt der freien Meinungsäusserung ziehen sich diese Texte als leuchtende, weithin sichtbare Botschaften über Banken, Versicherungen, Regierungsgebäude, Magistrate und Ämter und setzen Zeichen der Selbstbestimmung und Selbstermächtigung. Akteurinnen und Demonstrantinnen, ausgestattet mit blanken Schildern, Transparenten und Tüchern erzeugen flüchtige, bewegliche Sichtbarkeit von Texten und Textfragmenten. Die Texte verhandeln feministische Anliegen, Fragen der Gleichberechtigung, Menschen*rechte und Selbstbestimmung und sehen sich in Opposition zu den Vorhaben der derzeitigen Regierung.​

starsky.at​ 



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