Was drei Planungsbüros im Rahmen der Architekturtage Ende Mai vorgezeigt haben, wollen die Grünen zum Dauerzustand machen und den Tummelplatz als Stadtwohnzimmer im Sinne der Menschen gestalten. „Obwohl dieser Platz im Herzen der Inneren Stadt liegt und Verbindungsader zwischen Altstadt und Promenade ist, dient der Tummelplatz in erster Linie als Parkplatzsuch- und Autoabstellfläche und lässt sein Potential liegen. Dass hier mit einfachen Mitteln wie Sitzgelegenheiten, Pflanztrögen und Beschattung mehr Platz zum Leben entstehen kann, haben die Architekt:innen gezeigt. Jetzt liegt es am Gemeinderat, den nächsten Schritt zu machen und die Umsetzung in die Wege zu leiten“, stellt Klubobmann Helge Langer in der kommenden Sitzung einen entsprechenden Antrag.
Sitzgelegenheiten, Begrünung, Sonnenschirme: Die von den Planungsbüros gezeigte Vision, wie der Tummelplatz aussehen könnte, macht deutlich, dass sich der Platz mit einfachen Mitteln zum Wohnzimmer der Stadt verwandeln lässt. Aktuell dominiert hier jedoch ein anderes Bild. Die 15 Stellplätze der gebührenpflichtigen Kurzparkzone locken viel Autoverkehr in diesen Teil der Altstadt.
„Hier könnte man leicht Abhilfe schaffen, ohne, dass Parkplätze für die Anrainer:innen verloren gehen“, spricht sich Langer für exklusive Bewohner:innenparkplätze am Tummelplatz nach dem Vorbild der Domgasse aus und greift damit einen zentralen Vorschlag der Architekturbüros auf. Die bestehenden Behindertenparkplätze am Tummelplatz sollen dabei selbstverständlich erhalten bleiben. Diese Umstellung würde sich insofern anbieten, da in fußläufiger Entfernung zwei große Parkgaragen mit in Summe rund 1000 Stellplätzen genügend Möglichkeiten zum Parken bieten.
Die dadurch mögliche Reduktion des Suchverkehrs bietet die Möglichkeit, den Tummelplatz durch Begrünung, Beschattung und Sitzgelegenheiten aufzuwerten und auch die Situation um den Georgsbrunnen zu verbessern. „Die aktuelle Hitzewelle macht einmal mehr deutlich, wie wichtig die Steigerung der Aufenthaltsqualität auf städtischen Plätzen ist. Dort, wo es Schatten, Grün sowie Möglichkeiten zum Verweilen gibt, halten sich die Menschen gerne auf. Es ist daher höchste Zeit, den Tummelplatz aus seinem Dasein als Vorzimmer zur Altstadt zu holen und ihm als Wohnzimmer für die Menschen neues Flair zu verleihen“, ist Langer überzeugt.
Um die angestrebte Aufwertung zu erreichen, ist kein fertiges Detailprojekt nötig, vielmehr braucht es ein abgestimmtes Konzept, das die Verkehrslenkung, Begrünung und Möblierung zusammenführt und bei dem die Anrainer:innen sowie die hier ansässigen Architekturbüros einbezogen werden. „Die vorgeschlagenen Maßnahmen lassen sich mit geringem Aufwand erproben. Dadurch würde aus einer Initiative der Fachöffentlichkeit ein sichtbarer Mehrwert für die Altstadt und die Menschen in unserer Stadt entstehen“, so Langer.
Bild: Caramel Architekten