Wie sehr Rassismus in unserer Gesellschaft nach wie vor verbreitet ist, zeigt jener widerwärtige Vorfall, bei dem eine Schwarze Frau in einem Öffi-Bus auf derbe Weise rassistisch und sexistisch beleidigt worden ist, einmal mehr deutlich. „Solche Übergriffe sind klar zu benennen, auf das Schärfste zu verurteilen und keine Sekunde zu akzeptieren. Integration ist keine Einbahnstraße, sondern ein gemeinsamer Auftrag für uns als gesamte Gesellschaft. Spielregeln, die eingehalten werden müssen, gelten für alle Menschen, unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder Hautfarbe. Diese Tatsache gilt es auch in der Integrationsstrategie, die gerade in Arbeit ist, klar zu verankern“, halten Frauenstadträtin Eva Schobesberger und Gemeinderätin Abena Carty-Pinner, Integrationssprecherin der Grünen Linz, fest.
Solche Vorkommnisse sind zutiefst besorgniserregend und offenbaren den Handlungsbedarf, um derartigem Hass und Hetze als Gesellschaft gemeinsam zu begegnen. „Der gestern bekanntgewordene Vorfall ist schließlich nur die Spitze des Eisberges. Unter der Oberfläche schlummern viele weitere Übergriffe, die erst gar nicht an die Öffentlichkeit gelangen, deshalb aber nicht weniger schlimm und verurteilungswürdig sind. Hinter jedem rassistischen Angriff steht eine Person, die diesen erdulden musste. Umso wichtiger ist es als Zivilgesellschaft nicht wegzuschauen und sich entschlossen gegen rassistische und sexistische Äußerungen zu positionieren“, macht Schobesberger deutlich.
Doch während manche politische Kräfte andauernd lautstark die Pflichten von Personen mit Migrationserfahrung einfordern, herrscht genau von dieser Seite stets dröhnendes Schweigen, wenn Hass- und Rassismusattacken publik werden. „Man kann nicht ständig von einer bestimmten Personengruppe verlangen, dieses und jenes zu machen und zugleich zur Tagesordnung übergehen, wenn es zu rassistisch motivierten Übergriffen kommt. Wir dürfen unsere Stadt nicht jenen überlassen, die im Bierzelt und auf Social Media Hass und Hetze predigen. Denn welche Konsequenzen solche Parolen im Alltag haben können, hat jene Frau, die im Bus derb beleidigt worden ist, als eine von vielen erfahren müssen. Dagegen haben wir aufzustehen und gemeinsam für ein weltoffenes Linz einzutreten“, so Carty-Pinner.