Der Krieg im Nahen Osten zeigt uns wieder, wie wichtig es für unsere Sicherheit ist, möglichst rasch energieunabhängig zu werden. Dennoch macht Bürgermeister Prammer das Gegenteil: Er bremst den Ausbau erneuerbarer Energien ein und macht bei der vorgeschriebenen Errichtung von Photovoltaikanlagen bei Neu- bzw. Zubauten in den Bebauungsplänen einen Rückzieher. Die bereits eingearbeiteten Festlegungen werden aktiv wieder aus den Bebauungsplänen herausgenommen. Hintergrund ist, dass dies FPÖ aber auch ÖVP ablehnen.
„Die aktuelle Situation macht deutlich, dass wir alles unternehmen und jede Möglichkeit ergreifen müssen, die uns näher Richtung Energieunabhängigkeit bringt. Daran lässt auch das vom Gemeinderat beschlossene Klimaneutralitätsprogramm keinen Zweifel. Darin ist klar festgelegt, dass PV-Anlagen oder alternative Energieerzeugungsarten bei Neubauten festgeschrieben werden sollen. Dass die SPÖ dennoch eine Kehrtwende macht und erneut umfällt, ist daher enttäuschend. Auch befremdlich ist das Verhalten der ÖVP, die auf Landesebene eine PV-Offensive propagiert, in der Stadt konkrete Umsetzungsschritte dann aber blockiert. Setzt Martin Hajart seinen Zickzackkurs auch in diesem Bereich fort?“, so Gemeinderat Tomislav Pilipović, Planungssprecher der Grünen Linz.
Photovoltaikanlagen ermöglichen eine lokale und dezentrale Erzeugung von emissionsfreiem Strom, dort wo er gebraucht wird, sorgen für niedrige Betriebskosten, sind eine unerschöpfliche sowie gut verfügbare Energiequelle und erhöhen die Energieunabhängigkeit von fossilen Energieträgern. „Alle diese Vorteile zeigen, wie viel Potential in den Linzer Hausdächern schlummert und dass es dringend notwendig ist, den Photovoltaikausbau entschlossen voranzutreiben“, ist Pilipović überzeugt.
Noch im Vorjahr hat das der Linzer Bürgermeister ähnlich gesehen und sich für verpflichtende PV-Anlagen bei Neubauten und Aufstockungen eingesetzt. Zudem hat der Geschäftsbereich Planung, Technik und Umwelt in der Sitzung des Planungsausschusses vom 13. Jänner 2026 in einer Präsentation bekräftigt, dass Festlegungen zu Photovoltaikanlagen bereits in die Bebauungspläne integriert sind. Diese sogenannten Standardfestlegungen sollen laut Prammer nun wieder rückgängig gemacht werden.
„Dass der Bürgermeister die bestehenden Regeln für mehr Sonnenkraftwerke auf den Linzer Hausdächern wieder abdrehen will, ist zukunftsvergessen und zum Schaden der städtischen Bemühungen, die Energieunabhängigkeit voranzutreiben. Nachdem sie der FPÖ bereits die Mauer für den Erhalt des Ordnungsdienstes gemacht hat, fällt die SPÖ damit binnen weniger Tage ein zweites Mal vor den Freiheitlichen auf die Knie“, macht Pilipović deutlich.