Bis zu 2.640 Euro müssen Frauen auf 40 Jahre gesehen laut einer Erhebung der Arbeiterkammer für Periodenprodukte ausgeben. Vor allem für Menschen mit wenig Einkommen, stellen diese Ausgaben, die nicht eingespart werden können, eine finanzielle Belastung dar. „Hier kann die Stadt rasch und unkompliziert helfen, indem sie in öffentlichen Toiletten den kostenlosen Zugang zu Tampons und Binden ermöglicht, wie es zum Beispiel in Salzburg geschieht. Dadurch würde ein wichtiger Schritt zur finanziellen Entlastung und zugleich zur Enttabuisierung der Monatsblutung gesetzt“, macht die Grüne Sozialsprecherin Julia Mandlmayr deutlich. In der morgigen Gemeinderatssitzung stellt sie daher einen entsprechenden Antrag.
Während die Stadt Salzburg eine eigene Periodenservicestelle ins Leben gerufen hat, dank der u.a. in 19 Frauen- und Jugendeinrichtungen sowie in den „Bewohnerservicestellen“ genannten Stadtteilzentren kostenlos Tampons und Binden zur Verfügung stehen, fehlt in Linz nach wie vor ein vergleichbares flächendeckendes Angebot in städtischen Einrichtungen. Bisherige Bemühungen, hier entsprechende Hygieneartikel zur Verfügung zu stellen, sind bisher mit zum Teil absurden Argumenten, wie der Angst vor einem „Tampon-Tourismus“ gescheitert. „Dass solche Befürchtungen völlig aus der Luft gegriffen sind, zeigen einzelne Pilotprojekte, die von Frauenstadträtin Eva Schobesberger im Neuen Rathaus und vom Frauenbüro im Alten Rathaus gestartet worden sind“, betont Mandlmayr.
Daher wollen wir mit unserem neuerlichen Gemeinderatsantrag dafür Sorge tragen, dass der Zugang zu Periodenprodukten weiter erleichtert wird und diese in städtischen Gebäuden wie den Volkshäusern, den Rathäusern, im Wissensturm sowie in öffentlichen WC-Anlagen kostenlos erhältlich sind. „Dass in einem reichen Land wie Österreich Menschen von Periodenarmut betroffen sind, ist beschämend. Wenn das Auswechseln von Hygieneartikeln aus Kostengründen hinausgezögert wird, kann das auch zu gesundheitlichen Problemen führen. Binden und Tampons in öffentlichen Gebäuden der Stadt kostenlos bereitzustellen, hilft somit nicht nur die finanzielle Belastung für Betroffene zu reduzieren, sondern ist auch eine gesundheitspolitische Maßnahme“, so die Grüne Sozialsprecherin.