Die Pläne, die IT:U auf die grüne Wiese beim Biologiezentrum zu stellen, verdichten sich immer mehr und ernten völlig zurecht Kritik engagierter Bürger:innen sowie einer Bürger:inneninitiative. Dem nicht genug gerät auch der Grüngürtel bei der JKU wieder unter Druck. So wurden zuletzt Überlegungen kolportiert, hier ein „Ökosystem für Start-ups“ anzusiedeln. Diese Erwägungen widersprechen dem Gemeinderatsbeschluss, keine Flächen bei der Universität umzuwidmen, eklatant. „IT:U und die Ansiedelung von Start-ups haben eines gemeinsam: Sie gehören in die Innenstadt und weder auf die grüne Wiese noch in den Wald“, hält Tomislav Pilipović, Planungssprecher der Grünen Linz fest. Deshalb stellt er in der kommenden Gemeinderatssitzung eine Anfrage zu dem Vorhaben der Start-Up-Ansiedelung.
Der Grüngürtel bei der Johannes Kepler Universität ist für Umwidmungen tabu. Daran hat der Linzer Gemeinderat keinen Zweifel gelassen, als er sich am 7. November 2024 mit breiter Mehrheit zum Schutz des Grüngürtels rund um die JKU bekannt und sich ausdrücklich gegen Umwidmungen dieses Grünlands in Bauland ausgesprochen hat. Acht von neun im Gemeinderat vertretenen Parteien haben dem Antrag zugestimmt. Trotz dieses breitgetragenen Bekenntnisses sind im Dezember des Vorjahres in einem Medienbericht Überlegungen kolportiert worden, bei der Universität und somit im Grüngürtel ein “Ökosystem für Start-ups” anzusiedeln.
„Dass der Wald hinter der Kepler-Uni der beste Ort ist, an dem sich Forschung und Unternehmen begegnen können, wie es in Medien geheißen hat, ist genauso zu bezweifeln wie die Sinnhaftigkeit, eine neue Universität am Stadtrand auf einer weitgehend unverbauten Fläche zu errichten“, hält Pilipović fest.
In seiner Anfrage an den Bürgermeister will der Planungssprecher der Grünen Linz daher unter anderem wissen, wo sich aus Sicht der städtischen Planungsexpert:innen außerhalb des Grüngürtels geeignete Flächen für ein „Ökosystem für Start-ups“ befinden und welche Standortparameter, wie zum Beispiel eine gute Öffi-Anbindung, geeignete Standorte zu erfüllen haben. Ebenfalls Teil unserer Anfrage ist, ob es derartige Standortüberlegungen außerhalb des Grüngürtels, eventuell auch im Zusammenhang mit der IT:U gibt.
„Im Sinne einer möglichst erfolgreichen Lösung für die neue Universität und etwaige Unternehmensansiedelungen wäre es die beste Lösung für alle Beteiligten, wenn nach einer versiegelten Fläche in zentraler Lage Ausschau gehalten wird. Das würde sich auch positiv auf das Flair und Leben in der Stadt auswirken und somit einen Schub für die gesamte Innenstadt sowie die lokale Wirtschaft bedeuten“, ist Pilipović überzeugt.