Ganz im Zeichen der politischen Diskussionen und Beschlüsse steht die kommende Woche, tritt der Gemeinderat zum politischen Jahresabschluss doch gleich an zwei Tagen zusammen. Während am Mittwoch nicht weniger als 53 Anträge, darunter auch Initiativen der Grünen, diskutiert werden (ab 14 Uhr im Livestream) dreht sich am Donnerstag alles um das städtische Budget (ab 9 Uhr im Livestream) für das kommende Jahr.
Unsere Initiativen stellen dieses Mal einen Stopp der Preisexplosion beim Klimaticket, die Ergänzung des städtischen Kulturangebotes um einen Kunstmarkt sowie den Umgang im öffentlichen Raum mit dem ehemaligen Linzer Bürgermeister und NSDAP-Mitglied Franz Dinghofer in den Mittelpunkt.
Ein massiver Preissprung droht den mehr als 100.000 Oberösterreicher:innen, die derzeit mit einem Klimaticket für Oberösterreich bequem mit den Öffis unterwegs sind. Konkret will das Land den Preis für das „Klimaticket OÖ Gesamt“ mit 1. Jänner auf 703 Euro nach oben schrauben. Diese Preissteigerung von 19 Prozent liegt fast fünfmal so hoch wie die aktuelle Inflationsrate und macht die OÖ-Ausgabe des Klimatickets zur teuersten Variante im gesamten Land. Ebenfalls geplant ist, die Preise für die unterschiedlichen regionalen Varianten des Klimatickets Oberösterreich anzuheben. Somit würde eine Klimaticket „Regional + Linz“ mit 1. Jänner von 533 auf 633 Euro ansteigen.
Gerade als Landeshauptstadt mit täglich rund 110.000 Pendler:innen dürfen wir das nicht akzeptieren. Mit derartigen Maßnahmen treibt man die Menschen zurück in das Auto und in den Stau. Daher wollen wir, dass der Gemeinderat die Landesregierung auffordert, die unverhältnismäßigen, unvernünftigen und unverschämten Preiserhöhungen nicht umzusetzen und stellen eine entsprechende Resolution.
Bildhauer:innen, Maler:innen, Keramikkünstler:innen etc. vereint neben ihrer Liebe zur Kunst, die Schwierigkeit, passende und vor allem leistbare Möglichkeiten zu finden, ihre Werke ausstellen zu können. Daher wollen wir mit einem Antrag die Bühne für ein neues Linzer Kunstmarktformat freimachen, das bestehende Angebote wie den „Kunst & Design Markt“ ergänzen soll. Als Standort soll ein Platz gefunden werden, der eine hohe Frequenz aufweist. Voraussetzung ist jedenfalls, dass die Location über eine bestehende Infrastruktur verfügt, barrierefrei sowie ökologisch tragfähig ist. Stattfinden soll der von uns vorgeschlagene Kunstmarkt ein bis zwei Mal pro Jahr.
Die Debatte rund um Franz Dinghofer hat neue Aktualität gewonnen, nachdem FPÖ-Nationalratspräsident Wolfgang Rosenkranz am 11. November 2025 im Parlament ein „Franz-Dinghofer-Symposium“ ausgerichtet hat. Dinghofer war von 1907 bis 1918 Bürgermeister der Stadt Linz, vertrat antisemitische Positionen und war nachweislich seit 1940 Mitglied der NSDAP. In Linz erinnert die Dinghoferstraße im Neustadtviertel bis heute an ihn. Angesichts der klaren historischen Fakten fordern KPÖ und Grüne nun in einem gemeinsamen Antrag die Prüfung einer Umbenennung der Dinghoferstraße, um ein klares Zeichen gegen Antisemitismus und die Verharmlosung nationalsozialistischer Ideologie zu setzen.