Wenn im Nahen Osten die Raketen einschlagen, bedeutet das unfassbares Leid, Tod und Zerstörung für die Menschen vor Ort. Doch die Kriegshandlungen machen sich auch rund 4.000 Kilometer entfernt bei uns bemerkbar, indem sie zu steigenden Energie- und Spritpreisen führen. „Diese fossile Abhängigkeit kommt uns teuer zu stehen. Die aktuellen Verwerfungen lassen, genauso wie die zunehmenden Extremwetterereignisse, keinen Zweifel, dass der Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas entschlossen vorangetrieben werden muss“, so Klubobmann Helge Langer. Dieses Ziel verfolgt auch die internationale Initiative für den globalen Fossilausstieg „Fossil Fuel Treaty“, die an einem Fahrplan zum Austieg aus diesen Energien arbeitet, der als Ergänzung zum Pariser Klimaabkommen gedacht ist. „Während die fossile Lobby die Ausstiegsbemühungen an allen Ecken und Enden bremst, ist es umso wichtiger, dass sich die konstruktiven Kräfte zusammenschließen, um für unsere Zukunft zu kämpfen. Daher wäre es ein wichtiges Zeichen der Solidarität, wenn sich die Stadt Linz dieser Initiative anschließt“, stellt Langer im Gemeinderat einen entsprechenden Antrag.
Ausdrücklich begrüßt werden die Ziele des internationalen Bündnisses auch von der Klima-Allianz OÖ. „Den Ausstieg aus fossiler Energie noch weiter aufzuschieben ist brandgefährlich für unsere Zukunft. Daher begrüßen wir die ‚Fossil Fuel Treaty‘ Initiative ausdrücklich und erachten es als wichtiges Signal, wenn sich Linz hier entsprechend einbringen und somit den Fossilausstieg aktiv mitgestalten würde“, ist Erwin Reichel, Mitglied der Klima-Allianz OÖ, überzeugt.
Die jüngsten geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten zeigen erneut, dass sich ein Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas in mehrfacher Hinsicht positiv auf die wirtschaftliche Entwicklung in Österreich und somit auch auf die Geldbörse der Menschen auswirken kann. Durch die heimische Versorgung aus erneuerbarer Energie sinken die Strompreise und bleiben von globalen Krisen weitgehend unberührt. Doch trotz der mit wenigen Unterbrechungen seit Jahren anhaltenden Energiekrise in vielen Ländern sowie einer steigenden Zahl an weltweiten Hitzewellen, Waldbränden, schweren Stürmen und Überflutungen gehen die internationalen Bemühungen zum Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas viel zu langsam voran. Die Ergebnisse der vergangenen Weltklimakonferenz sind erneut mager gewesen. So ist es nicht gelungen, den Ausstieg aus fossilen Energien im Abschlusstext zu verankern.
Gegen diese Untätigkeit setzt sich ein internationales, zivilgesellschaftliches Bündnis aus Expert:innen, Aktivist:innen und NGOs zur Wehr und hat die „Fossil Fuel Treaty“ Initiative gegründet, die neben einer wachsenden Zahl an Nationalstaaten bereits fast 200 Städte und Regionen rund um den Globus, darunter Paris, Toronto und Lima hinter sich weiß. Diese Koalition aus Expert:innen, Aktivist:innen und NGOs hat es sich zur Aufgabe gemacht, einen Fahrplan auszuarbeiten, um einen globalen Übergang weg von fossilen Brennstoffen zu schaffen, der das Pariser Abkommen zur Einhaltung des 1,5-Grad-Zieles ergänzen soll. Ziel ist es, einen verbindlichen Vertrag zu entwerfen, um die weitere Ausbreitung fossiler Brennstoffe zu stoppen, einen gerechten Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas zu bewerkstelligen und die Grundlagen für eine wirklich gerechte Energiewende zu schaffen, die niemanden zurücklässt. Von 24. – 29. April 2026 findet dazu in Santa Marta, Kolumbien, die erste internationale Konferenz dazu statt, die von den Niederlanden mitorganisiert wird.
„Diese Bemühungen für eine lebenswerte Zukunft ohne massiver Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, die die Energiepreise in die Höhe schnellen lassen und die Klimakrise weiter befeuern, sind alternativlos, wenn wir wollen, dass auch unsere Kinder und Enkelkinder noch einen lebenswerten Planeten vorfinden“, sind sich der Grüne Klubobmann Helge Langer und Erwin Reichel von der Klima-Allianz OÖ einig.
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