Der Equal Pension Day ist jener Tag, an dem die Frauen in Österreich statistisch gesehen bereits ihre gesamte Jahrespension erhalten haben, während die Männer noch bis Jahresende weiterhin ihre monatlichen Pensionsbezüge bekommen. Dieser Tag fällt 2025 österreichweit auf den 7. August 2025. Die Pension von Frauen beträgt durchschnittlich 1.527 Euro brutto, die der Männer 2.535 Euro brutto. Dies bedeutet einen eklatanten Unterschied in Höhe von 1.008 Euro im Monat! Auf Tage umgerechnet, erhalten Frauen ganze 145 Tage - also fast fünf Monate lang - nichts mehr auf ihr Konto.
„Das ist ein verheerender Zustand. Auf die bereits vorherrschende Einkommensungerechtigkeit im Erwerbsleben von Frauen – Stichwort Equal Pay Day – folgt eine noch höhere Pensionsungerechtigkeit. Die Arbeit vieler Frauen ist in Österreich zwar mittlerweile ideell als ,systemrelevant‘ anerkannt aber trotzdem keineswegs ,pensionsrelevant‘. Überproportional viele Frauen finden sich nach einem Leben voller Arbeit, Kümmern und Sorgen in der Altersarmut wieder. Das ist das Ergebnis enormer gesellschaftlicher Ungerechtigkeit, die zu Lasten von Frauen geht“, macht Frauenstadträtin Mag.a Eva Schobesberger diese Situation sehr deutlich.
Die Ursachen für die unterschiedliche Pensionshöhe von Frauen und Männern sind großteils identisch mit jenen für die Einkommensunterschiede: unbezahlte Arbeit ist nach wie vor zum Großteil bei den Frauen, geringfügige Anstellung beziehungsweise Teilzeitarbeit und daraus resultierend ein geringes Stundenausmaß, unterbrochene Erwerbsbiografien durch Karenzzeiten für Kindererziehung und Pflege. Aus dem heraus folgen Benachteiligungen bei Karrierechancen, Erwerbstätigkeit in schlechter bezahlten Branchen, Diskriminierung bei Beförderungen und anderes mehr. Männer übernehmen nach wie vor wenig bis keine Verantwortung für unbezahlte Sorge- und Familienarbeit. Und: das österreichische Sozialversicherungssystem ist auf vollzeiterwerbstätige Männer ohne Lücken in der Erwerbsbiografie ausgerichtet und bestraft jede Abweichung davon.
Ohne eine faire Aufteilung unbezahlter Arbeit im Haushalt, Betreuungs- und Pflegearbeit zwischen den Geschlechtern wird es daher keine faire Pension für Frauen geben. Männer müssen Verantwortung zu übernehmen. Zudem braucht es hochwertige Kinderbildungseinrichtungen von Anfang an, damit Elternschaft und Erwerbsleben gut miteinander vereinbart werden können.
Die Pension von Männern beträgt im Monat durchschnittlich 2.535 Euro brutto, für Frauen 1.527 Euro brutto (Daten: Pensionsversicherungs-Jahresstatistik Dez. 2024, Berechnung: MA 23 - Wirtschaft, Arbeit und Statistik der Stadt Wien). Das entspricht einer Differenz von 39,7 Prozent.
Österreichweit gibt es jedoch starke regionale Unterschiede. In Wien ist der Unterschied am geringsten. Wien begeht seinen Equal Pension Day als einziges Bundesland erst im September (19.9.), Oberösterreich liegt weit abgeschlagen auf dem vorletzten Platz und begeht den Equal Pension Day bereits im Juli (19.7.), Schlusslicht ist Vorarlberg (13.7.). Das durchschnittliche Antrittsalter zur Alterspension unterscheidet sich hingegen kaum. So gingen Männer 2024 mit 62,3 Jahren und Frauen mit 60,2 Jahren in Pension (laut PV Österreich).
Um auf diese Ungerechtigkeit aufmerksam zu machen, verteilte das Frauenbüro der Stadt Linz gestern auf der Landstraße (Ecke Bethlehemstraße) Informationsmaterial zum Thema Pension.
Mehr Informationen: https://www.linz.at/frauen/index.php
Text- und Fotoquelle: Stadt Linz