Der Gang auf die Toilette ist für viele von uns Routine. Für Menschen mit Beeinträchtigung kann die Verrichtung der Notdurft jedoch eine Herausforderung darstellen. Das gilt umso mehr im öffentlichen Raum. Daher setzen sich die Grünen in der kommenden Gemeinderatssitzung für die Errichtung einer Changing Place genannten Spezialtoilette ein. „Es kann nicht sein, dass Linzer:innen nicht am öffentlichen Leben teilhaben können, weil keine geeigneten WC-Anlagen zur Verfügung stehen. Ein Changing Place schafft hier Abhilfe und ist zugleich ein starkes Signal der Inklusion“, betont Gemeinderätin Lucia Straßer-Kreisel.
Seit dem Frühjahr steht in Innsbruck erstmalig ein Changing Place zur Verfügung. Ausgerüstet sind diese barrierefreien Sanitäranlagen neben einer Toilette mit Haltegriffen auch mit einem Deckenlifter-System, einer höhenverstellbaren Pflege-Liege sowie einem höherverstellbaren Waschtisch. Außerdem bieten sie genügend Bewegungsfreiheit für die Nutzer:innen sowie Pflegepersonal. Genutzt werden die Einrichtungen zum Beispiel von Menschen mit Mehrfachbehinderungen, von Personen, die an Muskel- und Nervenerkrankungen oder an einer Querschnittslähmung leiden.
„Während in Großbritannien bereits mehr als 1000 Changing Places zur Verfügung stehen, herrscht hier in Österreich Nachholbedarf. Barrierefreiheit muss in unserer Stadt eine Selbstverständlichkeit und kein nice to have sein“, spricht sich Straßer-Kreisel für eine gut erreichbare Spezialtoilette im öffentlichen Raum aus.
Um dieses Angebot in Linz zu etablieren, fordern wir die für Soziales und Liegenschaften zuständigen Mitglieder der Stadtregierung auf, im Linzer Stadtzentrum einen geeigneten Ort für einen Changing Place ausfindig zu machen und entsprechend auszustatten. Die Spezialtoilette soll 24 Stunden am Tag zugänglich und mit einem Eurokey, den Inhaber:innen eines gültigen Bundesbehindertenpasses mit entsprechender Zusatzeintragung beantragen können, benutzbar sein. „Ein solches Angebot käme nicht nur den Linzer:innen zugute, sondern würde auch den Tourist:innen zeigen, dass uns Barrierefreiheit in unserer Stadt ein wichtiges Anliegen ist“, betont Straßer-Kreisel.