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Der Grüne Plan zum Hitzeschutz

Jeder und jede von uns kann sich wohl noch gut daran erinnern, wie sehr uns die Sommerhitze heuer im Griff gehabt hat. MeteorologInnen haben den heißesten Sommer seit Beginn der Messaufzeichnungen erlebt. Angesichts der Klimakrise, die sich längst in unseren Straßen und Wohnzimmern breitgemacht hat, müssen wir uns wohl auch in den kommenden Sommern auf lang andauernde Hitzeperioden einstellen. Die gute Nachricht: Es gibt Lösungen, damit Menschen in der Stadt trotz heißer Tage kühlen Kopf bewahren können! Wir setzen uns dafür ein, damit es sich in der dicht verbauten Stadt auch an Hitzetagen gut leben lässt. Hier der Grüne Plan zum Hitzeschutz im Detail. 

Ausbau der Grünflächen: Die Natur ist immer noch die beste Klimaanlage, die noch dazu keinen Strom verbraucht. So kühlt ein Baum die Temperatur in der Umgebung um bis zu drei Grad Celsius. Daher muss der Erhalt und Ausbau der Grün- und Parkanlagen sowie der grünen Innenhöfe in der Stadtentwicklung eine zentrale Rolle spielen. Derzeit passiert leider das Gegenteil. So kursieren immer wieder Pläne, Parkanlagen durch Tiefgaragen zu zerstören, beim Andreas-Hofer-Park konnte dieses Vorhaben dank des Einsatzes einer BürgerInnen-Initiative gerade noch verhindert werden.  

Fassaden- und Dachbegrünungen fördern: Nicht nur in Parks oder Gärten, auch auf Hausfassaden und Dächern trägt eine Begrünung zu einem angenehmeren Stadtklima bei. Untersuchungen der Wiener Umweltschutzabteilung ergeben, dass eine grüne Wand mit 850 Quadratmetern so gut wie 75 Klimageräte kühlt, die mit 3000 Watt acht Stunden laufen. Um mehr Grün statt Grau in der Stadt zu haben, sind aber entsprechende finanzielle Mittel nötig. Die gibt es derzeit nicht, so ist der entsprechende Fördertop derzeit nicht befüllt. Außerdem durch Studien erwiesen ist, dass helle Dächer weit weniger Hitze speichern als schwarze Dächer. Auch hier haben wir in Linz noch Luft nach oben. 

Grünräume in der Stadtplanung mitdenken: Wenn neue Gebäude oder Stadtteile geplant werden, finden viele wichtige Aspekte Berücksichtigung. An entsprechende Grünräume bzw. deren Gestaltung wird dabei oft zu wenig gedacht. So sitzt in der Linzer Stadtplanung mittlerweile auch kein(e) GrünraumplanerIn mehr. Das wollen wir ändern und fordern, dass eine entsprechende Stelle geschaffen und besetzt wird.  

Teilnahme am EU-Projekt Clarity: Welche Maßnahmen die Entstehung städtischer Überhitzung verhindern, untersucht derzeit das städtische Umweltmanagement im Rahmen des EU-Projektes Clarity, an dem die Linz danke der Initiative von Umweltstadträtin Eva Schobesberger teilnimmt. Speziell untersucht wird in unserer Stadt unter anderem die Entwicklung von Maßnahmen, um sogenannte Hitzeinseln zu reduzieren. Basis dafür sind spezielle Klimamodelle, mit denen verschiedenste Szenarien dargestellt werden können. Ergebnisse sollen bis Mai 2020 vorliegen. Insgesamt nehmen am Clarity-Projekt 17 PartnerInnen aus fünf Ländern teil. Mehr Informationen sind hier​ nachzulesen. ​

Die Umsetzung: Obwohl die Sommer immer heißer und trockener werden, befinden sich die Verantwortlichen der rot-blauen Rathauskoalition nach wie vor im Winterschlaf. So haben SPÖ und FPÖ die Umsetzung jeder von uns vorgeschlagenen Hitzeschutz-Maßnahme blockiert. Argument ist stets das gleiche: Im Stadtentwicklungsplan, der aktuell in Arbeit ist, würden unsere Forderungen ohnehin umgesetzt. Wann dieses Papier fertig sein soll, ist unklar. Fix ist, dass die Klimakrise nicht darauf wartet, bis der Stadtentwicklungsplan fertig ist. Wir werden deshalb auch in den kommenden Monaten Vorschläge machen, damit die LinzerInnen auch an heißen Tagen kühle Köpfe bewahren können.       



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