Wahlprogramm 2009
Kultur: Teilhabe erleichtern, Vielfalt fördern
GRÜNE Kulturpolitik will Rahmenbedingungen schaffen, die aktive Partizipation am kulturellen Leben in der Stadt ermöglicht. Kulturpolitik bedeutet nicht nur die Verteilung von Förderungen, sie muss auch dafür Sorge tragen, dass das politische Klima Kunst und Kultur ermöglicht. Gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten geraten kulturelle Initiativen und damit auch die Auseinandersetzung mit der eigenen Gesellschaft durch budgetäre Einsparungen in den Hintergrund. Das geht meist auf Kosten von Minderheitenpositionen und gefährdet die kulturelle Vielfalt in der Stadt. GRÜNE Kulturpolitik fördert und forciert Reflexionen über gesellschaftliche Entwicklungen und basiert auf Werten wie Weltoffenheit, Partizipation, Integration und Respekt.
Im Mittelpunkt der GRÜNEN Kulturpolitik für die nächste Legislaturperiode geht es also darum, dem passiven Kulturkonsum aktive Teilhabe entgegenzusetzen und die Rahmenbedingungen dahingehend zu schaffen, dass kulturelle Arbeit abseits von ökonomischen Interessen möglich ist. Das beinhaltet die offensive Förderung und langfristige Absicherung freier Kulturinitiativen, die Schaffung von Vernetzungsmöglichkeiten von Kunst, Technologie und Wissenschaft, der offensive Ausbau von Labors und Proberäumen sowie eine mutige und zukunftsweisende Budgetpolitik, welche die kulturellen Auseinandersetzungen in der Stadt aufwertet.
Ebenfalls von Bedeutung wird es sein, die Lehren aus der Ausrichtung der Kulturhauptstadt zu ziehen und die vorangegangene Entwicklung zu evaluieren. Dazu braucht es aber auch den Mut der Verantwortlichen der Stadt Linz, kulturpolitische Entwicklungen in einem breiten Partizipationsprozess und Einbindung von KünstlerInnen, Kulturschaffenden, PolitikerInnen und anderen Interessierten zu diskutieren.
Die GRÜNEN wollen in den kommenden sechs Jahren Folgendes erreichen:
- Günstige und geeignete Proberäume und Ateliers für MusikerInnen und andere KünstlerInnen und Kulturschaffende.
- Verdoppelung der Dotierung der Fördertöpfe LinzEXport, LinzIMport und LinzIMpuls und finanzielle Absicherung der Freien Szene.
- Evaluierung, Neufassung und konsequente Umsetzung des Kulturentwicklungsplans unter Berücksichtigung der Erfahrungen aus dem Kulturhauptstadtjahr.
- Schaffung eines neuen Museums der Linzer Stadtgeschichte.
- Freie Nutzung der Veröffentlichungen der Stadt unter einer Creative Commons License
- Aufwertung des Stadtkulturbeirates etwa durch verpflichtende Einbindung bei städtischen Kulturprojekten.
- Verstärkte Nutzung des öffentlichen Raums für Kunst und Kultur.
Einrichtung einer Linzer Friedensakademie, die von der Stadt Linz und allen Linzer Universitäten getragen wird.
