Wahlprogramm 2009
Jugend: Mit- und Selbstbestimmung ermöglichen
GRÜNE Jugendpolitik stellt die Jugendlichen selbst, ihre Wünsche, Bedürfnisse und Verlangen nach Teilhabe am öffentlichen Leben in den Mittelpunkt ihres Handelns. Wir sehen Jugendliche nicht als Störfaktor des geordneten städtischen Lebens, sondern als Bereicherung unserer Gesellschaft. Der verständlichen Verunsicherung junger Menschen wollen wir aktive und konkrete Maßnahmen entgegensetzen, sei es in der Bildung, im Berufsleben oder in der Freizeit.
Zentrale Anliegen junger Menschen finden ihren politischen Ausdruck in zahlreichen Bereichen unserer Arbeit: die Garantie sicherer und gut entlohnter Arbeitsplätze, qualitativ hochwertige und breit zugängliche Ausbildungsmöglichkeiten und eine offene Gesellschaft als Garantin der individuellen Entfaltung sind Anliegen, die junge Menschen besonders betreffen. Genauso sind wir der Ansicht, dass die Förderung von Frauen in allen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereichen sowie die Integration von BürgerInnen mit Migrationshintergrund gerade im Jugendalter besonders gut gelingen können. Hier fordern wir GRÜNEN entsprechende Maßnahmen von Seiten der Stadt, um Aktivitäten zu schaffen und Bewusstsein entstehen zu lassen.
Es wäre aber falsch zu meinen, allgemeine politische Forderungen alleine könnten eine lebenswerte Jugendzeit in Linz garantieren: der von uns GRÜNEN geschätzte "jugendliche Übermut" muss in der Stadt genauso Platz finden wie die Hochkultur. Jugendlichen - die im Allgemeinen über kein oder nur geringes Einkommen verfügen - müssen soziale Freiräume geboten werden, in denen sie ohne Konsumzwang und Repression die Jugend genießen und sich selbst verwirklichen können. Gelungene Jugendpolitik misst sich für GRÜNE nicht nur im Vermeiden von Konflikten, sondern vielmehr im bewussten Zulassen und Unterstützen jugendlicher Selbstbestimmtheit.
Die GRÜNEN wollen in den kommenden sechs Jahren Folgendes erreichen:
- Mobilitätsoffensive für Jugendliche: Ausbau der Nachtlinien, Verbesserungen beim Anrufsammeltaxi, Freifahrt mit allen "Öffis" in den Ferien.
- Jugendräume drinnen und draußen, ohne Konsumzwang und Repression - etwa in autonomen Jugendzentren in bisher leerstehenden Gebäuden. Drei zusätzliche Beachvolleyballplätze an den Donauufern. Zwei zusätzliche Jugendzentren in der solarCity und im Lenaupark. Ausbau kostenloser WLAN-Internet-Angebote im gesamten Stadtgebiet.
- Unkomplizierte Förderung für Jugendkulturinitiativen.
- Mehr Angebote an qualifizierenden Ferialjobs im Bereich der Stadt und ihrer Unternehmen (Linz AG, LIVA etc.).
- Günstige Startwohnungen um 300 Euro, Senkung des Mindestalters für Anmeldungen im Bereich der städtischen Genossenschaft GWG von 18 auf 16 Jahre.
- Aufwertung des städtischen Jugendbeirats durch Direktwahl und eigene finanzielle Ressourcen; verstärkte Berücksichtigung der Interessen junger Menschen in den städtischen Gremien. Regelmäßige Jugendbefragungen und gezielte Evaluierung der Beteiligungsformen Jugendlicher.
