Wahlprogramm 2009 

Familien

Familien den Alltag erleichtern

Noch immer sind viele Entscheidungen in der Politik vom Bild einer Mutter-Vater-Kind-Familie mit einem Haupternährer geprägt, das schon längst nicht mehr der Lebensrealität der Mehrheit der Bevölkerung entspricht. Berufstätigkeit beider Eltern, AlleinerzieherInnen, Patchworkfamilien sind Lebensrealität für viele Kinder und Erwachsene in dieser Stadt. Gesellschaftliche Veränderungen, wie steigender Druck in der Arbeit und am Arbeitsmarkt, atypische Beschäftigungsverhältnisse, längere Ladenöffnungszeiten, Zunahme von AlleinerzieherInnen, Reduktion von Sozialleistungen sowie zunehmende Überschuldung von Haushalten machen es für Familien immer schwieriger, den eigenen Anspruch eines gelingenden Familienlebens zu erfüllen.

Ist es für Familien, bei denen beide Elternteile die Verantwortung für die Kindererziehung übernehmen, oft schon schwierig, den Bedürfnissen ihrer Kinder gerecht zu werden, so ist diese Aufgabe für Alleinerziehende meist ungleich schwieriger. Eine der größten Schwierigkeiten für Alleinerziehende ist die Armutsgefährdung - sowie die Überlastung durch die ununterbrochene und alleinige Verantwortung und Betreuungsarbeit.

Wir GRÜNEN bekennen uns zu einer Familienpolitik der Stadt, die bei allen politischen Entscheidungen die unterschiedlichsten Familienwirklichkeiten berücksichtigt. Familienpolitik kann nur dann zu einem gelingenden Familienalltag beitragen, wenn sie nicht losgelöst von der sonstigen Politik betrieben wird, sondern als ausdrücklicher, integraler Bestandteil der Wirtschafts-, Bildungs-, Gesundheits-, Wohnungs- und Arbeitsmarktpolitik.

GRÜNE Familienpolitik fordert anstelle populistischer Alibi-Aktionen (Kinderschecks) die Entwicklung einer nachhaltig kind- und elterngerechten städtischen Infrastruktur.

Die GRÜNEN wollen in den kommenden sechs Jahren Folgendes erreichen:

  • Erweiterung der Öffnungszeiten in Tagesbetreuungseinrichtungen auf 18:00 bei Bedarf.
  • Wegfall des Nachweises über eine 20stündige Beschäftigung der Eltern als Aufnahmevoraussetzung für einen Krabbelstubenplatz der unter 3jährigen.
  • Personalaufstockung im Bereich der Erziehungshilfe um 30% und Dezentralisierung der Erziehungshilfe auf 5 stadtteilbezogene, lebensnahe Sozialzentren
    Ausbau der Krisenpflegefamilien in Linz um den Kontakt zwischen Kindern und Eltern gewährleisten zu können.
  • Ausbau der städtischen Eltern-Kind-Zentren.
  • Errichtung eines Indoor-Kinderspielplatzes als Pilotprojekt zur witterungsunabhängigen Nutzung.