Wahlprogramm 2009
Beschäftigung ausbauen und sichern
Eine Gesellschaft nach GRÜNEN Grundsätzen bietet Existenzsicherheit, Anerkennung und Partizipation selbstverständlich auch der Menschen, die – aus welchen Gründen auch immer – nicht im Erwerbsprozess stehen.
Darüber hinaus steht für uns fest, dass eine befriedigende, frei gewählte und mit der jeweiligen persönlichen Situation gut vereinbare Erwerbsarbeit ein wichtiger und sinnvoller Bestandteil sowohl eines erfüllten Lebens als auch einer humanen Gesellschaft ist.
Erwerbsarbeit muss jedoch ein Mindestmaß an Qualität haben – für die Arbeitenden (für ihre Gesundheit, für ihr Selbstwertgefühl und für ihren Lebensstandard), für die Umwelt und für die Gesellschaft.
Solche Erwerbsarbeit in ausreichendem Maß für die arbeitsfähige Bevölkerung anbieten zu können bzw. zu ermöglichen, muss Ziel der Politik – und nicht nur der Arbeitsmarkspolitik – sein.
Wenn in Krisenzeiten die kollektive Arbeitszeit weniger wird, muss die Politik – im Sinne der Solidarität – die vorhandene Arbeit auf die Arbeitswilligen gerecht aufteilen. In Zeiten der Krise sollen sinnvolle Modelle der freiwilligen Arbeitszeitverkürzung angedacht und umgesetzt werden.
Die Krise bringt auch die Verantwortung, vermehrt in zukunftsorientierte Ausbildungs- und Arbeitsplätze zu investieren: in Umwelttechnologie und Kreativwirtschaft, aber auch im Bereich der Pflege liegt enormes Wachstumspotential. Ebenso mangelt es im vorschulischen Bildungsbereich und in der Sozialarbeit an qualifizierten Fachkräften.
Auch wenn Arbeitsmarkpolitik in erster Linie nationalstaatliche Politik ist (Bildungs- und Schulpolitik, Gleichstellungspolitik, Geld- und Fiskalpolitik, Steuerpolitik), hat die Stadt dennoch Möglichkeiten, positive Akzente für den regionalen Arbeitsmarkt zu setzen.
Die GRÜNEN wollen in den kommenden sechs Jahren Folgendes erreichen:
- Schaffung von neuen Arbeitsplätzen im Sozialbereich, z.B. durch fünf dezentralisierte Sozialzentren.
- Schaffung von neuen Arbeitsplätzen im Umweltbereich.
- Die Stadt initiiert und unterstützt Ausbildungsinitiativen besonders im Bereich der Altenfachbetreuung und Kindergartenpädagogik.
- Ausbildungs- und Weiterbildungsmaßnahmen für Jugendliche, MigrantInnen, Menschen mit Beeinträchtigungen.
- Die Stadt Linz als vorbildliche Arbeitgeberin – Infoblock über die Vorteile von verschiedenen Modellen der freiwilligen Arbeitszeitverkürzung (Bildungskarenz, Sabbaticals, 35-Stunden-Woche, u.ä.) in der Dienstausbildung
- Förderung des Bewusstseins für verkürzte Arbeitszeiten: Die im Eigentum der Stadt befindlichen Betriebe und der Magistrat erarbeiten einen Bericht, der die Verteilung der Arbeitszeit (Teilzeit, Vollzeit, Überstunden, etc.) darlegt. Darauf aufbauend wird ein konkreter Maßnahmenplan erarbeitet, wie verbesserte Anreize für verschiedene Modelle der freiwilligen Arbeitszeitverkürzung (Bildungskarenz, Sabbaticals, 35-Stunden-Woche, u.ä.) gemacht werden können.
- Job Impuls: Dieses Angebot soll von derzeit 300 betreuten Personen (SozialhilfeempfängerInnen) auf 600 Personen verdoppelt werden.
