Wahlprogramm 2009
Alt sein: Individuelle Lebensweisen ermöglichen
Die unterschiedlichen Bilder des Alters in der Öffentlichkeit sind Ausdruck einer Realität, die in der Diskussion um das Alter oft vergessen wird: die Vielgestaltigkeit des Alters. Wie schon die Unterscheidung zwischen ‚Betagten‘ und ‚Hoch- betagten‘ zeigt, wäre es ungenau, nur vom ‚Alter‘ oder von ‚den Alten‘ zu sprechen. Mit einer solchen Vereinfachung wird man den vielschichtigen Realitäten der älteren Menschen nicht gerecht. Alle Menschen schaffen sich während ihres Lebens unterschiedliche Voraussetzungen für das Alter. Diese werden durch das Geschlecht, den Lebenslauf, die ökonomi- sche und gesundheitliche Situation sowie durch die gesellschaftliche und familiäre Stellung beeinflusst.
Die ‚Alten‘ als homogene Gruppe gibt es aufgrund dieser unterschiedlichen Erfahrungen nicht. Insbesondere ist dem Unterschied zwischen den Geschlechtern Aufmerksamkeit zu schenken, da die gesetzliche Gleichstellung der Frauen auf gesellschaftlicher Ebene noch nicht vollzogen ist und Frauen im Alter materiell oft nicht hinreichend abgesichert sind. Aus GRÜNER Sicht ist es Aufgabe der städtischen Politik, die verschiedenen Bedürfnisse der älteren Generation aufzunehmen, Gemeinsamkeiten zu erkennen, Unterschiede zu akzeptieren und mit entsprechenden Maßnahmen darauf einzugehen.
Politik und Gesellschaft sind verpflichtet, entsprechende Rahmenbedingungen zur Verfügung zu stellen. Insbesondere können sie dazu beitragen, die Beeinflussbarkeit des Alterungsprozesses in der Öffentlichkeit bewusst zu machen und präventive und unterstützende Angebote bereitzustellen. Im Vordergrund sollten dabei gesundheitsfördernde Maßnahmen, Bildungsangebote, Maßnahmen zur sozialen Integration und zur materiellen Sicherung stehen. Im Bereich ‚Wohnen‘ stehen zwei zentrale Bedürfnisse der SeniorInnen im Vordergrund: Ältere Menschen möchten möglichst lange in individuellen Wohnformen leben, und sie möchten diese frei wählen können.
Die GRÜNEN wollen in den kommenden sechs Jahren Folgendes erreichen:
- Entwicklung von Qualitätsstandards für die Betreuung in den SeniorInnenzentren um allen Beteiligten offen zu legen, was die Pflege in den SeniorInnenzentren leisten kann und was sie nicht leisten kann, auch damit Angehörige sich einstellen können, was sie erwarten können, aber auch, was nicht
- Erhöhung des Angebots für GeriatriepatientInnen
- Ausbau des „Betreubaren Wohnens“ und der „Mobilen Dienste“
- Erweiterung der „Mobilen Dienste“ auf 24-Stunden-Betreuung wie in Pflegeheimen
Angebot an alternativen Wohnmöglichkeiten für SeniorInnen
