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26.01.12 09:11

Jahn-Denkmal im Volksgarten

22. Gemeinderatssitzung am 26.01.2012

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

in der Gemeinderatssitzung am 24. November 2011 beschloss der Linzer Gemeinderat mehrheitlich das Ersuchen an Bürgermeister Dobusch, die Entfernung der in den 1960er Jahren beim Jahn-Denkmal im Volksgarten angebrachten Tafel, auf der die Namen vieler Nationalsozialisten verewigt sind, umgehend zu veranlassen. Der  ebenfalls in dieser Sitzung gestellte Antrag auf Entfernung des gesamten Denkmals fand keine Mehrheit.

Das Denkmal wurde 1905 im Auftrag der „Turngemeinde“ für den „Turnvater“ Friedrich Ludwig Jahn errichtet. Ein Granitblock trug damals überdies die Inschrift: „Die Nachwelt setzt jeden in sein Ehrenrecht“ und „Den Deutschen kann nur durch Deutsche geholfen werden.“ Dieser dürfte laut ExpertInnenauskunft nach dem Krieg entfernt worden sein. Allerdings zeigt dies deutlich, in welchem ideologischen Zusammenhang das Denkmal gesetzt wurde.

Nach wie vor wird nun im Linzer Volksgarten ohne erklärende Worte offiziell des Friedrich Ludwig Jahn gedacht. Es ist hoch an der Zeit, dieses Denkmal für den vom Politologen Univ.-Prof. Dr. Anton Pelinka als Urahn des Rassismus und aggressiven Nationalismus bezeichneten Friedrich Jahn wenigstens in seinen historischen Kontext zu stellen und somit in ein Mahnmal umzuwandeln. Historikerinnen und Historiker mögen für eine erklärende Zusatztafel sorgen. Dies nicht im Sinne einer Auslöschung der Geschichte sondern für ein lehrreiches Verständnis der Zusammenhänge. Auf jeden Fall geht es aber um das Vermeiden einer völlig unangebrachten Ehrerbietung.

Die unterzeichneten GemeinderätInnen stellen daher folgenden

Antrag

Der Gemeinderat beschließe:

„Der Linzer Gemeinderat ersucht Bürgermeister Dobusch, die notwendigen Schritte in die Wege zu leiten, damit das 1905 errichtete Jahn-Denkmal so rasch wie möglich im Sinne einer kritischen Gedenk- und Erinnerungskultur mittels einer erklärenden Zusatztafel in einen entsprechenden zeitkritischen Kontext gestellt wird.“

Weiters wird beantragt, diesen Antrag auf die Tagesordnung der nächsten Gemeinderats-sitzung  am 26. Jänner 2012 zu setzen.