Umwelt 

10.01.12 18:04

Luftsituation in Linz erfordert Umdenken in Richtung sanfte Mobilität

Verkehr ist Hauptverursacher des gesundheitsgefährdeten Feinstaubs PM 10 – Während ÖV-Tarife jährlich erhöht werden, sind Parkgebühren seit 10 Jahren unverändert – Luft- und Gesundheitssituation in Linz ohne ÖV-Maßnahmen nicht in den Griff zu bekommen

Auch im Jahr 2011 war die Luftbilanz bzw. die Feinstaubbelastung in Linz alles andere als erfreulich: Besonders bei der Station Linz-24erTurm war die Feinstaubkonzentration heuer deutlich höher als in den letzten Jahren, hier wurde oberösterreichweit die höchste Anzahl an Überschreitungstagen mit einem Tagesmittelwert von mehr als 50 μg/m³ PM10 gemessen (45 Tage). Auch bei der Station Römerberg (45 Tage) sowie Linz-Neue Welt (38 Tage) wurde der Grenzwert der EU (maximal 35 Überschreitungstage) nicht eingehalten.

„Die Grenzwerte dienen dem Schutz unserer Gesundheit und müssen entsprechend ernst genommen werden. Die Überschreitungen zeigen deutlich, dass Handlungsbedarf besteht“, kritisiert die Grüne Umweltstadträtin Eva Schobesberger. Der Verkehr ist und bleibt dabei der Hauptverursacher des gesundheitsgefährdenden Feinstaubs. „Wir werden aber auch in den nächsten Jahren die Grenzwerte nicht unterschreiten, wenn wir nicht endlich den Individualverkehr in Angriff nehmen, und unsere Aktivitäten in Richtung sanfte Mobilität lenken. Da sind alle Fraktionen zum Umdenken aufgerufen“, so Schobesberger.

Derzeit läuft die Entwicklung aber in die völlig falsche Richtung: Während die Tarife für den Öffentlichen Verkehr kontinuierlich erhöht werden – ein Mini-Fahrschein der Linz Linien kostet bereits einen Euro – wurden beispielsweise die Parkgebühren in Linz seit Jahren nicht mehr verändert. „Vielmehr muss es darum gehen, den öffentlichen Verkehr attraktiver und günstiger zu gestalten, und nach dem Verursacherprinzip über den Individualverkehr mitzufinanzieren“, so Schobesberger.

Von: Die Grünen Linz