Kommunalpolitik 

18.03.10 10:56

Wirbel um Aphrodite: Fragwürdige Themenführerschaft und Sorgen der ÖVP um Hitlers Geschenke

Lenger: „Während nationalsozialistische Gedenkstätten wie das KZ Mauthausen immer wieder von menschenverachtenden Schmierereien betroffen sind, oder rechtsextreme Parteien erst vom Verfassungsgerichtshof verboten werden müssen, hat die ÖVP Linz kurz vor dem internationalen Tag gegen Rassismus am 21. März keine anderen Sorgen, als sich wieder um die Geschenke Hitlers und deren Verbleib zu sorgen“.

Es ist als „Geschenk“ der ÖVP zu werten, dass wir uns jetzt tatsächlich über den Verbleib von Hitlers Geschenken an die Stadt Linz Gedanken machen müssen“, so Lenger über die undifferenzierte Diskussion um den Verbleib der Aphrodite verärgert. Der ganze Wirbel ist nicht nur vollkommen unnötig, sondern auch zur Gänze geschmacklos. Während besonders in letzter Zeit rechtsextreme Tendenzen besonders in Oberösterreich wieder zugenommen haben, Schmierereien an nationalsozialistische Gedenkstätten sich häufen, und sich selbst in der Stadt Linz eine FPÖ laut dem Wochenmagazin „profil“, mit „Stars der einschlägigen Szene“ schmückt, während „in Neonazi-Foren manche FPÖ-Politiker als Zukunftshoffnung gefeiert werden“, ist eine beschämende ÖVP um das Andenken Hitlers bemüht“.

„Dass auch eine immer wieder am rechten Rand anstreifende ÖVP solche Themen gerne aufgreift, ist bedauerlich, wir wollen solche undifferenzierten Diskussionen in Linz aber nicht haben, sondern einen konstruktiven Diskurs, wie mit solchen Relikten umgegangen werden soll“, stellt Lenger klar. Das „Haus der Geschichte“ wäre für solche Auseinandersetzungen ein geeigneterer Ort“.

„Dabei ist auch die VP-Schützenhilfe vom Bundesdenkmalamt, die hier einen klaren Verstoß gegen das Denkmalschutzgesetz sieht, sehr bemerkenswert: Genauso können wir argumentieren, dass der gesamte Bergschlösslpark, in der sich der Aphroditetempel befindet, unter Naturschutz steht. Durch den Bau des Westrings würde der Park laut Umweltverträglichkeitserklärung der Asfinag „als harmonisches Ensemble schwer gestört werden“, so Lenger. „Das scheint jedoch für die ÖVP sowie den Denkmalschutz schwer in Ordnung zu sein“.

Von: Hadmar Hölzl