Kommunalpolitik 

04.02.10 10:10

Lenger: „Biokost-Anteil bei Gratis-Essen in Kindergärten muss endlich auf 30% angehoben werden“

Grüne Linz kritisieren Nicht-Engagement der SPÖ und fordern jetzt vollständige Umsetzung des Gemeinderatsbeschlusses von 2001

2001 beschloss der Linzer Gemeinderat auf Initiative der Grünen einstimmig, innerhalb von drei Jahren schrittweise das Angebot in städtischen Einrichtungen im Umfang von 30 Prozent auf Bio-Kost umzustellen. „Bis heute funktioniert die Umstellung auf Bio-Kost in städtischen Einrichtungen allerdings nur schleppend“, kritisiert Gerda Lenger, Klubobfrau der Grünen Linz. Laut dem jüngst vom Linzer Kontrollamt erstellten Gutachten lag 2008 der Bio-Anteil am Lebensmitteljahresumsatz durchschnittlich nur bei 13 Prozent. Zudem wurde im Herbst 2008 der Bezug von Eiern aus Bio-Betrieben zur Gänze eingestellt.

Trotzdem inserierte eine stolze Linzer SPÖ im Gemeinderatswahlkampf noch flächendeckend „30 Prozent der Lebensmittel sind Bio-Waren“. „Reines Wahlkampfgetöse, das nicht der Wahrheit entspricht“, kritisiert Lenger. „Zudem hat man im SPÖ-dominierten Wien längst einen Bioanteil von 50 Prozent beim Mittagessen in Kindergärten erreicht und strebt bereits mehr an“, fordert Lenger endlich mehr Engagement von Bürgermeister Dobusch. „Es ist mir unverständlich, warum es im roten Linz der letzten Jahre nicht möglich war, es den Wiener KollegInnen gleich zu machen“, so Lenger.

„Bio-Kost ist ein wertvoller Beitrag zu gesunder Ernährung, ist frei von gentechnisch manipulierten Organismen und garantiert eine trinkwasserschonende Produktion. Außerdem sollen im Sinne der regionalen Strukturen wie Verkehr und Arbeitsplätze regionale, saisonale Produkte sowie Fair-Trade-Produkte bevorzugt werden“, so Lenger.

Die Grünen Linz werden im nächsten Gemeinderat den Antrag stellen, in Anlehnung an den Gemeinderatsbeschluss vom 28. Juni 2001 endlich das vollständige Erreichen eines 30 prozentigen Bioanteils bei den Mittagessen in städtischen Kindergärten voranzutreiben und in der Folge eine schrittweise Anhebung des Bioanteil auf 50 Prozent anzustreben. „Mit den neuen Mehrheitsverhältnissen im Gemeinderat ist eine mehrheitliche Zustimmung durchaus möglich“, hofft Lenger.

 

Von: Hadmar Hölzl