Frauen 

25.01.12 11:41

Frauenprojekt-Idee in den Tabakwerken

Architektur-Siegerprojekt sieht Gründerinnen- und Unternehmerinnenzentrum im Portalgebäude vor

Gestern wurde die Ausstellung des Architekturwettbewerbs EUROPAN 11/Österreich in der Tabakfabrik Linz eröffnet. Dabei wurde das österreichische Siegerprojekt „Ein Ensemble im Portrait“ vorgestellt, das als mögliche Ausrichtung der Tabakwerke  bzw. für die verschiedenen Gebäudekomplexe Nutzungsmöglichkeiten vorschlägt. Für das Portalgebäude ist dabei ein spezielles Gründerinnen- und Unternehmerinnenzentrum namens FRIEDA vorgesehen.


In Anlehnung auf erfolgreiche Modelle wie beispielsweise die WeiberWirtschaft in Berlin empfiehlt das prämierte Konzept, eine Frauengenossenschaft als gezielte und ausschließliche Förderung von Frauen ins Leben zu rufen. „Ein Gründerinnen- und Unternehmerinnenzentrum wäre zweifellos eine große Bereicherung für Linz. Die vor rund 25 Jahren gegründete Berliner Genossenschaft „WeiberWirtschaft“ zeigt vor, wie erfolgreich derartige Projekte sind: Mehr als 1.600 Frauen haben sich in dieser Genossenschaft bereits zusammengefunden und sind Eigentümerinnen von Europas größtem Existenzgründerinnenzentrum, das dafür schon mehrfachfach ausgezeichnet wurde“, zeigt sich Frauenstadträtin Mag.a Eva Schobesberger von der Etablierung eins solchen Projekts in Linz begeistert.


FRIEDA ist die Namenspatronin für das Gebäude, das ursprünglich für die Pfeifentabakproduktion errichtet und auch durch die Kunstuniversität genutzt wurde. Der für dieses innovative Projekt vorgesehene Gebäudetrakt hat einen starken Bezug zur Stadt und umfasst eine Nutzfläche von 4.250 m2. Er hat einen eigenen, repräsentativen Eingang und ist das Portal des gesamten Geländes zur dadurch verlängerten Linzer Kulturmeile. „Das Portalgebäude wäre daher ein idealer Standort für Gründerinnen- und Unternehmerinnen. Ein solches innovatives Zentrum könnte Orientierungsberatung, Informationen und auch vielfältige Vernetzungsmöglichkeiten bieten und würde so für manche den Weg in die Selbstständigkeit erleichtern“, ist Schobesberger überzeugt.


Zum Wettbewerb:

Die Stadt Linz beteiligte sich im vergangenen Jahr an der „European“-Wettbewerbs-ausschreibung, dem europaweit größten Wettbewerb für Stadtentwicklung und innovative Architektur für junge ArchitektInnen. Planungsgegenstand war die Nachnutzung des Gebäudekomplexes der Austria Tabakwerke Linz. Im Dezember 2011 wurden aus 30 Einreichungen drei Siegerprojekte gekürt. Ein junges ArchitektInnentrio mit Sitz in Linz und Wien ist unter den SiegerInnen.


Zu den KünstlerInnen und dem Projekt:

Sandra Gnigler und Gunar Wilhelm haben beide auf der Kunstuniversität Architektur studiert und arbeiten gemeinsam unter dem Namen „mia2“ in Linz. Gemeinsam mit dem Wiener Architekten und Stadtentwickler Lorenz Potocnik haben sie die neunköpfige Jury und die lokale Kommission mit ihrer Einreichung „Ein Ensemble im Portrait“ für eine mögliche Ausrichtung der Tabakwerke überzeugen können. Das Projekt charakterisiert anhand von acht Namen, Typen und Rollen stellvertretend für die einzelnen Gebäudekomplexe der Tabakfabrik das Gefüge und Zusammenspiel entsprechender Entwicklungsempfehlungen und Nutzungsoptionen.

Von: Die Grünen Linz