Bildung 

19.09.11 14:41

Sprachstudie an Linzer Kindergärten – Luger soll seine KollegInnen im Bund in die Pflicht nehmen, anstatt Linzer SchulleiterInnen rechtswidriges Verhalten zu unterstellen!

Kurioser Generalverdacht, wonach Linzer SchulleiterInnen bewusst zu viele SchülerInnen mit Sprachproblemen anmelden, um so mehr LehrerInnenstunden zu lukrieren, ist auf das Schärfste zurückzuweisen

An städtischen Kindergärten werden seit dem Jahr 2006 verstärkt Sprachfördermaßnahmen für Kinder mit erhöhtem Förderbedarf durchgeführt. Nach langjähriger Grüner Forderung gibt es nun seit September 2011 bereits ab dem Kindergarteneintritt zusätzlich ein gezieltes Sprachtraining für alle Kinder, die einen Förderbedarf aufweisen, unabhängig von ihrer Herkunft. „Das ist deshalb so wichtig, weil der Erfolg in der Entwicklung der Sprachkompetenz umso größer ist, je früher mit der gezielten Förderung begonnen wird“, so Bildungsstadträtin Eva Schobesberger. „Notwendig ist das leider für viele Kinder auch aus Familien ohne Migrationshintergrund“.

Beschlossen wurde im zuständigen Verwaltungsausschuss für die Kinder- und Jugend-Services der Stadt Linz eine Evaluierung des Erfolgs der Sprachförderung an städtischen Kindergärten. „Dabei soll der Erfolg der angebotenen Leistung evaluiert werden, nicht weniger, aber auch nicht mehr“, stellt Schobesberger fest.

Umso bemerkenswerter ist nun, dass Vizebürgermeister Luger offenbar bereits die Ergebnisse kennt, wenn er jetzt den Schulen vorweg viel zu viele „außerordentliche SchülerInnen mit Sprachproblemen“ und damit offensichtlich Tricksereien unterstellt, um so mehr LehrerInnenstunden lukrieren zu können. „Sein Generalverdacht, dass sich die Linzer DirektorInnen somit bewusst rechtswidrig verhalten, ist völlig aus der Luft gegriffen, und auf das Schärfste zurückzuweisen“, so Schobesberger.

Vielmehr sollte sich Luger den gravierenden Versäumnissen seiner KollegInnen im Bundesbildungssystem annehmen: Tagtäglich werden LehrerInnen und SchulleiterInnen bei der Bewältigung der offensichtlichen Defizite und Mängel des Schulsystems alleine gelassen. Luger wäre daher gut beraten, seine Kritik dort hinzurichten, wo sie auch hingehört: Nämlich an seine KollegInnen im Bund und an die gesamte Bundesbildungspolitik, anstatt den Linzer SchulleiterInnen unverständlicherweise rechtswidriges Verhalten zu unterstellen“, kritisiert die Bildungsstadträtin.

Von: Die Grünen Linz