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Bildungsreform – Resolution an die österreichische Bundesregierung
19. Gemeinderatssitzung am 13.10.2011
Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
es vergeht kaum ein Monat, indem nicht eine neue Studie dem österreichischen Bildungssystem insgesamt, vor allem aber dem Schulsystem Reformbedarf attestiert. Das betrifft den Mitteleinsatz in Relation zum Bildungserfolg, die Gesundheit der LehrerInnen genauso wie die mangelnde Kompetenz unserer PflichtschulabsolventInnen, wie etwa die Lesekompetenz nach der „Pisa-Studie“. Demnach sind 28% unserer SchülerInnen am Ende ihrer Pflichtschulzeit so genannte LeserisikoschülerInnen. Das bedeutet, sie sind nicht in der Lage ausreichend Sinn erfassend zu lesen. Und alleine in Oberösterreich verlassen jährlich rund 700 Kinder das Pflichtschulsystem ohne Abschluss.
Die Stadt Linz ist dagegen an allen Ecken bemüht hier einen Ausgleich zu schaffen. Das betrifft den Ausbau oder die Adaptierung von Schulgebäuden genauso, wie deren Einrichtungen und Ausstattungen, um damit die Bildungs-, Betätigungs- und Freizeitbedürfnisse der Linzer Kinder und Jugendlichen sowie der Lehrenden bestmöglich zu unterstützen.
Gleichzeitig ist der Wissensturm eine Bildungsinstitution, die für alle Menschen offen steht, unabhängig von Bildungsabschluss oder Alter. Besonders der Bereich der Erwachsenenbildung ermöglicht lebensbegleitende Bildung in allen gesellschaftlichen Bereichen und mittlerweile auch auf allen Bildungsebenen.
Aus Sicht der Grünen Gemeinderatsfraktion ist es daher nur konsequent, wenn sich der Gemeinderat der Landeshauptstadt Linz hinsichtlich des bevorstehenden Bildungsvolksbegehrens zu einer genauso dringenden wie umfassenden Reform des österreichischen Bildungssystems klar positioniert.
Die unterzeichneten GemeinderätInnen stellen daher folgenden
Antrag
Der Gemeinderat beschließe folgende Resolution an die österreichische Bundesregierung:
Der Gemeinderat der Landeshauptstadt Linz fordert mittels bundes(verfassungs)gesetzlicher Regelung ein faires, effizientes und weltoffenes Bildungssystem, das vom Kleinkind an alle Begabungen fördert und Schwächen ausgleicht, autonome Schulen unter Einbeziehung der SchulpartnerInnen und ohne Parteieneinfluss, eine leistungsdifferenzierte, hochwertige gemeinsame Schule bis zum Ende der Schulpflicht und ein Angebot von ganztägigen Bildungseinrichtungen, eine Aufwertung des LehrerInnenberufs und die stetige Erhöhung der staatlichen Finanzierung für Universitäten auf 2% des BIP bis 2020.